Europa in der Krise: BIP sinkt um 2,4 Prozent
Die Wirtschaftsleistung Europas schrumpft. Besonders betroffen: Deutschland und die baltischen Staaten. Nur Polen wächst in der Krise.
Die Wirtschaftsleistung Europas schrumpft. Besonders betroffen: Deutschland und die baltischen Staaten. Nur Polen wächst in der Krise.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU ist im ersten Quartal 2009 um 2,4 Prozent gesunken, schätzt die europäische Statistikbehörde Eurostat. Im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres brach es sogar um 4,7 Prozent ein. Nur Polen konnte im Frühjahr ein Wachstum von 0,4 Prozent verbuchen. Zypern meldete ein Nullwachstum.
Die polnische Diplomatin und Wirtschaftsexpertin Ewa Sadowska-Cieslak erklärte gegenüber EURACTIV.de die guten Zahlen aus Polen damit, dass das Land verhältnismäßig wenig vom Export abhänge (rund 30 Prozent Anteil am BIP). Zudem bestehe in Polen im OECD-Vergleich immer noch ein großer Nachholbedarf im privaten Konsum, etwa bei Haushaltswaren und elektronischen Geräten. Gehaltsteigerungen im vergangenen Jahr und die relativ stabile Situation der polnischen Banken hätten einen Absturz verhindert.
Das Baltikum erlebt tiefe Rezession
Überdurchschnittlich von der Rezession betroffen ist das Baltikum. Das BIP von Lettland sank im Vergleich zum 4. Quartal 2008 um 11,2 Prozent, in Litauen (minus 10,5) und Estland (minus 6,1) brach die Wirtschaftsleistung ebenfalls ein. Die Slowakei erlebt mit einem Minus von 11,4 Prozent innerhalb der EU die schärfste Konjunkturkrise.
Von den westeuropäischen Staaten ist besonders Deutschland in der Krise (minus 3,8 Prozent), was vor allem am Einbruch der Exporte liegt.
Privatkonsum noch nicht abgestürzt
Die privaten Konsumausgaben blieben in der EU mit einem Minus von 0,6 Prozent relativ stabil. Die Investitionen schrumpften degegen um 4,5 Prozent. Am stärksten leiden in der Krise die Ausfuhren, hier ging das Volumen im 1. Quartal 2009 um 8,3 Prozent zurück.
Die USA stehen mit einem Rückgang des BIP von 1,4 Prozent im 1. Quartal besser da als die EU. Japan trifft die Krise dagegen noch härter, hier ging das BIP um 3,8 Prozent zurück.
Eurostat: BIP-Schätzung (8. Juli 2009)
awr