Europäische Atomlobby durch neues Industriebündnis gestärkt
Europäische Industrieverbände treffen sich aktuell in Paris, um ihren Lobbyeinfluss für die Kernenergie auf EU-Ebene zu verdoppeln. Dazu bilden sie eine neue Unternehmensallianz für Technologie.
Europäische Industrieverbände treffen sich aktuell in Paris, um ihren Lobbyeinfluss für die Kernenergie auf EU-Ebene zu verdoppeln. Dazu bilden sie eine neue Unternehmensallianz für Technologie.
Die Allianzgründung geht auf eine Initiative des französischen Industrieverbands MEDEF zurück und soll die Arbeit einer bereits bestehenden EU-Allianz von Pro-Atom-Staaten in Brüssel ergänzen. Der Zusammenschluss wurde 2023 von der französischen Regierung ins Leben gerufen.
Unter den 15 Unternehmenslobby, die Teil der neuen Allianz werden, befinden sich Vertreter aus Großbritannien und Italien, die voraussichtlich am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen werden, wie ein MEDEF-Beamter gegenüber Euractiv mitteilte.
Spanien, Griechenland, Irland und Portugal sollten als „Beobachter“ teilnehmen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wird sich nicht an der neuen Allianz beteiligen.
Die neue Plattform wird sich dafür einsetzen, die Unterstützung für die Branche zu erhöhen und das Programm der neuen EU-Kommission zu beeinflussen, geht aus einem Konzeptpapier hervorgeht, das Euractiv vorliegt.
Hauptfokus sei die Schaffung eines „klaren und anreizschaffenden institutionellen Rahmen“ und die Bekämpfung der Hindernisse, die „einer effektiven Nutzung, Planung und Investition in Nukleartechnologien im Wege stehen“, heißt es in dem Dokument.
Darüber hinaus wird daran gearbeitet, Zugang zu öffentlichen und privaten Finanzmitteln sowie zu europäischen Finanzierungen und Garantien zu erhalten. Zu den weiteren Prioritäten gehören die Schaffung eines europäischen nuklearen Ökosystems und die Entwicklung von Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
[DC/KN]