Europaparlament lehnt irreführende Werbung ab

Die EU-Kommission muss einen neuen Vorschlag erarbeiten. Das Europäische Parlament lehnte heute wie erwartet den Kommissionsvorschlag für die Zulassung irreführender gesundheitsbezogener Angaben auf Lebensmitteln ab.

Schokolade schmeckt. Das Werben mit gesundheitsbezogene Angaben würde den Verbraucher aber in die Irre führen, meinen die Europaabgeordneten und lehnten einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission ab. Foto: dpa
Schokolade schmeckt. Das Werben mit gesundheitsbezogene Angaben würde den Verbraucher aber in die Irre führen, meinen die Europaabgeordneten und lehnten einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission ab. Foto: dpa

Die EU-Kommission muss einen neuen Vorschlag erarbeiten. Das Europäische Parlament lehnte heute wie erwartet den Kommissionsvorschlag für die Zulassung irreführender gesundheitsbezogener Angaben auf Lebensmitteln ab.

Der EU-Kommissionsvorschlag hätte den Herstellern eine Werbestrategie erlaubt, wonach der Prozentsatz ungesunder Komponenten wie Fett, Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren – verglichen mit einer früheren Version eines Produkts – gesenkt worden sei. Das Ergebnis der heutigen Abstimmung des Europäischen Parlaments war erwartet worden, nachdem bereits vorigen Dienstag der zuständige Parlamenstausschuss mit deutlicher Mehrheit gegen eine Neuregelung war (EURACTIV.de vom 1. Februar 2012). 

Die europäischen Grünen begrüßten die Ablehnung. Nach der Abstimmung erklärte Rebecca Harms, Vorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und stellvertretendes Mitglied im Umweltausschuss: "Das Europäische Parlament hat heute gegen eine irreführende Lebensmittelkennzeichnung gestimmt und damit die EU-Kommission zurück auf ‘Los’ geschickt.” Damit habe sich das Europaparlament klar auf die Seite der Verbraucher gestellt.

Die EU-Gesetzgebung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln mit ihren Nährwerten und gesundheitsfördernden Eigenschaften sollte den Konsumenten die nötigen Informationen auf leicht verständliche Art präsentieren. Der EU-Kommissionsvorschlag hätte jedoch eine größere Verunsicherung zur Folge gehabt.

Wenn die Werbung hätte behaupten dürfen, dass der Prozentsatz ungesunder Komponenten verglichen mit einer früheren Version eines Produkts gesenkt worden sei, wären nach Ansicht der Kritiker die Verbraucher noch mehr in die Irre geführt worden. Ihnen ware suggeriert worden, dass ein Produkt gesund sei – obwohl es weiterhin beträchtliche Mengen potenziell ungesunder Komponenten enthält.

Die EU-Kommission muss nun einen neuen Vorschlag erarbeiten. 

red.

Links


EU-Parlament:
Veto gegen Änderungen von "irreführenden" Lebensmittelkennzeichnungen (2. Februar 2012)

Weitere Beiträge zum Thema auf EURACTIV.de

Wenig Appetit auf neue Lebensmittelkennzeichnung (1. Februar 2012)

Debatte im Umweltausschuss des EP vom 30. Januar 2012 (auf Englisch)

Resolution zur Ablehnung des Kommissionsvorschlags (auf Englisch)