Europas Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet
Die europäische Wirtschaft erhole sich den Konjunkturaussichten BusinessEuropes zufolge, die gestern (15. November) veröffentlicht wurden, schneller von der Krise als erwartet und Unternehmen sollten nächstes Jahr wahrscheinlich 600.000 neue Mitarbeiter einstellen.
Die europäische Wirtschaft erhole sich den Konjunkturaussichten BusinessEuropes zufolge, die gestern (15. November) veröffentlicht wurden, schneller von der Krise als erwartet und Unternehmen sollten nächstes Jahr wahrscheinlich 600.000 neue Mitarbeiter einstellen.
Exporte nach Übersee sind im Steigen begriffen und die Wirtschaftsleistung der EU soll in diesem Jahr um 1,8 Prozent steigen, ein beständiger Anstieg über die 1,1 Prozent, die im Juni vorhergesagt worden waren. Derweil soll das Wachstum im kommenden Jahr auf 1,7 Prozent zurückgehen, was etwas besser ist als die 1,6 Prozent, die vor einigen Monaten erwartet wurden.
Doch dies ist kein einheitlicher Aufschwung. Deutschland, Schweden, Polen und Finnland finden schnell wieder zum Wachstum zurück, während Griechenland, Irland, Spanien, Rumänien und Lettland weiterhin Probleme haben. Irlands Sorgen scheinen auch noch lange nicht beendet zu sein, obwohl das Land verneint, den Notfallfonds der EU nutzen zu müssen, um seine Schulden zahlen zu können.
Man sei, vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte, völlig abhängig von der Weltwirtschaft und brauche daher einen globalen Ansatz, so Philippe de Buck, Generaldirektor von BusinessEurope, einer Handelsgruppe für große Unternehmen.
Wirtschafts- und ArbeitnehmerInnenvertreter werden heute (16. November) hohe EU-Beamte und Vertreter der Europäischen Zentralbank treffen. Der zweimal jährlich stattfindende makroökonomische Dialog wird sich auf Währungs- und Budgetpolitik sowie auf Gehälter konzentrieren.
Arbeitslosenquote hängt bei zehn Prozent
Trotz der wieder gefundenen Stabilität des Arbeitsmarktes und eines kleinen Anstiegs an neuen Arbeitsplätzen wird es erwartet, dass die Arbeitslosenrate bis nächstes Jahr bei hartnäckigen zehn Prozent hängen bleiben wird. Schlimmer noch, 20 Prozent der ArbeitnehmerInnen unter 25 sind beschäftigungslos.
Die Arbeitslosenrate junger ArbeitnehmerInnen sei inakzeptabel, so de Buck. Die Gesellschaft könne sich keine verlorene Generation erlauben.
Arbeitsmärkte müssten flexibler werden, betonte er, und nationale Rentensysteme müssten reformiert werden. Er drängte auch die EU, die Umsetzung der Schlüsselpolitiken zu beschleunigen, darunter das Binnenmarktgesetz, die Industriepolitik und die Digitale Agenda.
Protektionistische Politik unter Beschuss
Der Wirtschaftsaufschwung werde von protektionistischen Politiken, steigenden Rohstoffpreisen und knauserigen Kreditgebern bedroht, ließ BusinessEurope verlauten.
Zeitweilige Einfuhrsteuern zum Schutz der lokalen Industrie in Ländern wie Russland, der Ukraine und Argentinien schaden der europäischen Wirtschaft. Gleichzeitig haben die steigenden Preise für Kupfer, Nickel und andere Rohstoffe die Gewinnspanne eingeschränkt, während es große Schwankungen im Kurs des Euros schwer für Firmen machen, vorauszuplanen.
Die Hälfte der Firmen, die Mitglieder von BusinessEurope sind, sagte, sie erwarteten, dass ihre Investitionen in den nächsten sechs Monaten stiegen. Doch 40 Prozent sagten, die Kosten und der Zugang zu Finanzierung hinderten ihre Investitionsentscheidungen.