Europawahl: AfD laut Hochrechnungen großer Wahlgewinner
Nach der ersten Hochrechnung lag die Union am Sonntagabend vorne, während die AfD das Rennen um Platz zwei klar für sich entscheiden und sogar die letzten Umfragen übertreffen könnte. Der prognostizierte Rechtsruck scheint sich damit zu materialisieren.
Nach der ersten Hochrechnung lag die Union am Sonntagabend vorne, während die AfD das Rennen um Platz zwei klar für sich entscheiden und sogar die letzten Umfragen übertreffen könnte. Der prognostizierte Rechtsruck scheint sich damit zu materialisieren.
Zum Ende des Wahlkampfes hatte sich die AfD mit SPD und Grünen nach den letzten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, letztere lagen am Ende teilweise sogar vor der Rechtsaußen-Partei.
Nach den ersten Prognosen wird die AfD mit ihrem bisher besten nationalen Ergebnis von 16 Prozent zweitstärkste Kraft, während Grüne (11,9 Prozent) und SPD (13,9 Prozent) im Vergleich zur letzten Europawahl 2019 abstürzen.
Die CDU/CSU entscheidet die Wahl wohl unterdessen, wie erwartet, für sich. Sie kommt laut den Hochrechnungen auf 30,5 Prozent, obwohl unklar bleibt, ob sie letztendlich über der magischen Dreißig-Prozent-Marke liegen wird.
„CDU und CSU haben gemeinsam mit Ursula von der Leyen die Europawahl gewonnen – und ich gehe davon aus, auch in Europa,“ sagte Parteichef Friedrich Merz im Konrad-Adenauer-Haus nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnung.
Er sprach zudem von einer „schweren Niederlage für den Bundeskanzler.“
Die AfD übertrifft derweil die letzten Umfragen, wobei die Forschungsgruppe Wahlen die Partei Anfang des Monats sogar nur noch bei 14 Prozent gesehen hatte. Doch sie bleibt nach mehreren Skandalen im Europawahlkampf hinter ihrem zwischenzeitlichen Hoch in nationalen Umfragen von über 20 Prozent zurück.
Die Grünen hatten 2019 noch ein Rekordergebnis von 20,5 Prozent erzielt, verloren etwa 8,5 Prozent. Enttäuschend ist das Ergebnis auch für die SPD, die nach ihrem bisher schwächsten Ergebnis von 2019 weiter abfiel.
Die dritte Ampel-Partei, die FDP, hält sich laut der Prognose bei 5 Prozent. Während dies keinen weiteren Absturz in Bezug auf die Umfragen bedeutet, materialisierte sich damit auch kein nennenswerter Boost durch die Nominierung der prominenten Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
Auffällig waren zudem die Zugewinne der kleineren Parteien, wobei insbesondere die paneuropäische VOLT Partei mit prognostizierten 2,5 Prozent gut abschneiden dürfte. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) überflügelt mit wohl 6 Prozent die FDP und zieht erstmals in ein Parlament ein.
Die Wahlbeteiligung lag laut Hochrechnung bei 65 Prozent, was knapp unter dem Bestwert bei der ersten Europawahl 1979 liegen würde (65,7 Prozent).