"Feindliches Umfeld" für LGBTIQ-Personen
Zwei Mitglieder des LGBT+-Beratungsgremiums der britischen Regierung sind zurückgetreten. Sie werfen den zuständigen Ministerinnen vor, es mit der Gleichstellungsgesetzgebung nicht ernst zu meinen und ein "feindliches Umfeld" für LGBTIQ-Menschen geschaffen zu haben.
Zwei Mitglieder des LGBT+-Beratungsgremiums der britischen Regierung sind zurückgetreten. Sie werfen den zuständigen Ministerinnen vor, es mit der Gleichstellungsgesetzgebung nicht ernst zu meinen und ein „feindliches Umfeld“ für LGBTIQ-Menschen geschaffen zu haben.
Jayne Ozanne und James Morton sind gestern beide aus dem LGBT+-Beratungsgremium zurückgetreten. Ozanne, die den zuständigen Ministerien vorwarf, ein „feindliches Umfeld“ für LGBTIQ-Personen zu schaffen, kritisierte vor allem die Gleichstellungsministerin Kemi Badenoch und die Frauenministerin Liz Truss. Die beiden seien in der Community ohnehin bereits als „Ministerinnen für Ungleichstellung“ verrufen.
Ozanne appellierte außerdem an die Regierung, ihr Versprechen einzulösen und „Konversionstherapien“ für LGBTIQ+ zu verbieten.
Die Regierung hatte zugesagt, sich für ein gesetzliches Verbot der pseudowissenschaftlichen Methoden einzusetzen, mit denen nicht-heterosexuelle Neigungen „behoben“ werden sollen. Aus Sicht von Aktivistinnen und Aktivisten geht es mit dem Verbot allerdings nur schleppend voran.
Premierminister Boris Johnson hatte im Juli vergangenen Jahres die Einführung eines Verbots versprochen und die Praxis als „absolut abscheulich“ bezeichnet. Seitdem wurden jedoch tatsächlich kaum Fortschritte erzielt, obwohl es offenbar parteiübergreifende Unterstützung für ein solches Verbotsgesetz geben würde.