Finnische Exportunternehmen kehren Russland den Rücken
Laut einer von der finnischen Handelskammer in Auftrag gegebenen Umfrage sind nur noch vier Prozent der finnischen Unternehmen in Russland tätig - ein deutlicher Rückgang seit dessen Einmarsch in der Ukraine.
Laut einer von der finnischen Handelskammer in Auftrag gegebenen Umfrage sind nur noch vier Prozent der finnischen Unternehmen in Russland tätig – ein deutlicher Rückgang seit dessen Einmarsch in der Ukraine.
Die Mitte November durchgeführte und am Mittwoch veröffentlichte Umfrage unter 123 großen Exportunternehmen ergab, dass nur noch vier Prozent von ihnen in Russland tätig sind. 81 Prozent haben demnach ihre Geschäftstätigkeit in dem Land eingestellt, und 15 Prozent geben an, dass der Prozess des Rückzugs im Gange sei.
Vor allem in den Sommermonaten ging die Abwanderung schnell vonstatten. Noch im Mai waren 24 Prozent der befragten Unternehmen in Russland tätig. Im August war dieser Prozentsatz auf 6 Prozent gesunken.
Die Auswirkungen auf die finnische Wirtschaft dürften sich trotzdem in Grenzen halten: Laut der Leiterin für internationale Angelegenheiten der Handelskammer, Leena Toivakka, machten Exporte nach Russland zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Ukraine-Krieges lediglich fünf Prozent der gesamten finnischen Exporte aus.
Die Unternehmen hätten bereits kurz nach der Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014 begonnen, die Risiken zu minimieren, erklärte sie.
„Der Handel mit Russland befindet sich derzeit in einer Eiszeit. Das kann Jahrzehnte, sogar Generationen dauern“, so Toivakka in der Pressemitteilung der Handelskammer.
Der Blick richtet sich nun nach Mitteleuropa und über den Atlantik. 63 Prozent der Unternehmen geben jedoch an, dass die schwächelnde deutsche Wirtschaft die Exportaussichten im Jahr 2023 beeinträchtigen könnte.