Finnland bietet Vogelgrippe-Impfung für Geflügel- und Pelzfarmarbeiter an
Finnland ist der erste EU-Mitgliedstaat, der gegen das Vogelgrippevirus H5N1 impfen lässt, das sich derzeit unter US-Rindern ausbreitet. Außerdem hat es angekündigt, den auf EU-Ebene gemeinsam beschafften Impfstoff Sequirus zu verwenden.
Finnland ist der erste EU-Mitgliedstaat, der gegen das Vogelgrippevirus H5N1 impfen lässt, das sich derzeit unter US-Rindern ausbreitet. Außerdem hat es angekündigt, den auf EU-Ebene gemeinsam beschafften Impfstoff Sequirus zu verwenden.
Hanna Nohynek, Leiterin der finnischen Abteilung für Infektionsbekämpfung und Impfstoffe, erklärte, dass Finnland bereits im vergangenen Jahr „als Vorsichtsmaßnahme“ mit der Impfung beginnen wollte, damals aber kein Impfstoff zur Verfügung stand.
Die hochpathogene Vogelgrippe war 2023 unter Wild- und Hausvögeln weit verbreitet. Im Juli 2023 meldeten die südlichen und mittleren Regionen Österbottens einen Ausbruch bei gezüchteten Füchsen, Nerzen und Waschbären. Dies war erst der zweite bekannte Ausbruch in Pelztierfarmen seit einem früheren Ausbruch in Spanien.
Auf einer Informationsveranstaltung der Weltgesundheitsorganisation zu den neuesten Entwicklungen bei H5N1 sagte Professor Ian Brown, Vorsitzender des OFFLU-Netzwerks für Tiergrippe, dass das Virus nicht auf den Menschen übertragbar sei. Die meisten Fälle beim Menschen träten bei Personen auf, die in sehr engem Kontakt mit Geflügel standen, das das Virus in sich trug.
Das Auftreten des Virus bei Säugetieren ist besorgniserregend, da es zeigt, dass das Virus anpassungsfähig ist und eine größere Gefahr der Übertragung von Säugetier zu Säugetier darstellt. Brown sagte, dass es Anlass zur Sorge gäbe, wenn das Virus in den USA bei Rindern endemisch würde, wo es sich schneller ausbreiten und ein höheres Risiko der Übertragung auf den Menschen darstellen könnte.
Finnen zuerst
Die finnische Lebensmittelbehörde hat Anweisungen zur Verbesserung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben herausgegeben. Darüber hinaus wurde mit der finnischen National Immunisation Technical Advisory Group (NITAG) vereinbart, dass Personen, die mit Geflügel und in Pelztierfarmen arbeiten, eine Impfung gegen H5N1 angeboten werden sollte.
„Letztes Jahr war die Situation sehr alarmierend“, sagt Nohynek. „Dieses Jahr war es ruhiger, aber wir wissen aus den USA, dass das Virus immer noch da ist, also wollen wir diejenigen schützen, die mit Tieren arbeiten, die betroffen sein könnten.
Die Behörde für die Vorbereitung auf gesundheitliche Notfälle (HERA), die von der Kommission im Jahr 2021 gegründet wurde, hat die Vogelgrippe als eine vorrangige Bedrohung eingestuft. Eine Quelle in der Kommission sagte gegenüber Euractiv, dass die Kommission die Entwicklung geeigneter medizinischer Gegenmaßnahmen unterstützt, einschließlich Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika für den menschlichen Gebrauch.
Dies ist das erste Mal, dass der Impfstoff eingesetzt wird.
Breite Kritik an US-Reaktion
Ein in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichter Leitartikel mit dem Titel „H5N1: international failures and uncomfortable truths“ hat Besorgnis über „kollektive Selbstgefälligkeit“ ausgelöst.
Der Leitartikel kritisiert insbesondere die Reaktion des US-Landwirtschaftsministeriums auf den H5N1-Ausbruch bei Rindern als zu langsam bei der Weitergabe von Virussequenzdaten: „Maßnahmen zur Eindämmung dieses Ausbruchs sind dringend erforderlich, einschließlich der Verbesserung von Tests, Überwachung und Meldung infizierter Tierpopulationen“.
Der Lancet-Leitartikel forderte auch die Entwicklung und Bevorratung von Humanimpfstoffen und die Förderung von Schutzmaßnahmen.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]