Forderung an Frankreichs Premier: Strategie für mentale Gesundheit
UNICEF Frankreich und ein Dutzend NGOs haben gefordert, eine ehrgeizige nationale Strategie zum Schutz der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Sie wandten sich mit einem Brief direkt an die französische Premierministerin Elisabeth Borne.
UNICEF Frankreich und ein Dutzend NGOs haben gefordert, eine ehrgeizige nationale Strategie zum Schutz der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Sie wandten sich mit einem Brief direkt an die französische Premierministerin Elisabeth Borne.
In Frankreich erlebte fast jeder fünfte Jugendliche im Jahr 2021 eine depressive Episode. Diese Zahl ist laut UNICEF um 80 Prozent höher als im Jahr 2017, während die Zahl der Anrufe von Jugendlichen unter 14 Jahren bei SOS Amitié im gleichen Zeitraum um 40 Prozent gestiegen ist.
„Mentale Gesundheit ist natürlich ein Thema der öffentlichen Gesundheit, aber vor allem ein Grundrecht für jedes Kind“, sagte Adeline Hazan, Präsidentin von UNICEF Frankreich, in einer Pressemitteilung am Dienstag (9. Oktober) anlässlich des Welttages der psychischen Gesundheit.
„Da sich die Situation weiter verschlechtert, wiederhole ich unsere Forderung, dass die mentale Gesundheit oberste Priorität haben muss, damit jedes Kind die Unterstützung und Betreuung erhält, die es braucht“, so Hazan weiter.
In ihrem Brief an Borne gaben UNICEF und die anderen Organisationen Empfehlungen an die Regierung weiter und forderten sie auf, mehr Daten über die mentale Gesundheit junger Menschen zu erheben. Zusätzlich sollten Aufklärungskampagnen durchgeführt, den Zugang zu Prävention und Betreuung verbessert und Kindern in den französischen Überseegebieten mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Laut der nationalen Gesundheitsbehörde Santé publique France (SPF) wird sich die mentale Gesundheit der Franzosen im Jahr 2023 weiter verschlechtern, ein Trend, der seit September 2020 konstant ist. Diese Verschlechterung betrifft insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren.
So stieg im September 2023 die Zahl der Notfalleinweisungen wegen Suizidalität und Suizidgedanken, depressiver Episoden und Angststörungen bei Kindern unter 18 Jahren.
„Die seit 2020 erhobenen Daten zeugen von einer Verschlechterung der mentalen Gesundheit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und von einer immer noch tabuisierten Wahrnehmung dieser Themen“, sagte Dr. Caroline Semaille, Geschäftsführerin der SPF, in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung.
Von jetzt an bis Dezember wird die SPF eine Reihe von Aufklärungsvideos in den sozialen Medien veröffentlichen, um das Bewusstsein für mentale Gesundheit und Selbsthilfe unter jungen Menschen zu stärken.
Am 27. September sagte Borne, dass „die psychische Gesundheit von jungen Opfern von Mobbing und generell von allen jungen Menschen eine Priorität ist.“