Untersuchung zeigt Kreml-Verbindungen der französischen Rechten
Mehrere rechte und rechtsextreme französische Politiker:innen haben laut Recherchen des Senders France 2 Verbindungen zum Kreml. Die betreffenden Politiker:innen bestreiten die Anschuldigungen.
Mehrere rechte und rechtsextreme französische Politiker:innen haben laut Recherchen des Senders France 2 Verbindungen zum Kreml. Die betreffenden Politiker:innen bestreiten die Anschuldigungen.
Laut den Recherchen, die am Donnerstag (27. Oktober) öffentlich gemacht wurden, hat der Kreml eine umfangreiche Kampagne zur Destabilisierung und Manipulation der öffentlichen Meinung durchgeführt, indem er Verbindungen zu französischen Amtsträger:innen aufgebaut hat.
Der ehemalige Premierminister und gescheiterte Präsidentschaftskandidat François Fillon zum Beispiel hat laut der Untersuchung enge Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin selbst aufgebaut.
Der ehemalige französische Botschafter in Russland, Stanislas de Laboulaye, behauptete, Russland hätten eine „Charme-Operation“ durchgeführt, um die Gunst Fillons und damit politischen Einfluss vor den französischen Präsidentschaftswahlen 2017 zu gewinnen.
Fillon, der 2016 die Vorwahlen der Rechtspartei gewann, die Wahlen dann jedoch verlor, nachdem ihm vorgeworfen wurde, er habe Familienmitglieder zum Schein angestellt, profitierte dennoch von Putins persönlicher Unterstützung. „François Fillon ist ganz anders als die heutigen Politiker“, sagte der russische Präsident damals.
Im Jahr 2021 erhielt Fillon einen Sitz im Vorstand der russischen Energieunternehmen Zarubezhneft und Sibur, trat aber nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine zurück. Außerdem wurde er für seine pro-russischen Äußerungen im Zusammenhang mit dem Krieg kritisiert.
Die Einflussstrategie des Kremls reicht auch tief in die rechtsextreme Partei Rassemblement National von Marine Le Pen hinein. Zwei Europaabgeordnete, Thierry Mariani und Philippe Olivier, haben laut den Recherchen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung russischer Narrative auf EU-Ebene und in Frankreich gespielt.
Mariani besuchte Russland im Jahr 2021 als Beobachter der Parlamentswahlen und in persönlicher Eigenschaft. Seine Reise war mit EU-Mitteln bezahlt worden, wie die Dokumentation enthüllte.
Olivier wurde Berichten zufolge vom russischen Medienmagnaten Konstantin Malofeev ausgewählt, um an einem vertraulichen Projekt namens „AltIntern“ teilzunehmen, das darauf abzielt, eine „Vereinigung der europäischen extremen Rechten“ zu schaffen.
Malofejew, der in dem Dokumentarfilm seine Freude über den Aufstieg von Olivier zum Ausdruck bringt, wurde 2014 wegen des Verdachts der Finanzierung von Guerillakriegen in der Donbas-Region aus der EU verbannt.
Die Partei Rassemblement National, die die Vorwürfe zurückgewiesen hat, kündigte Anfang des Monats eine parlamentarische Untersuchung an, um den ausländischen Einfluss auf die anderen französischen Parteien zu messen.