FTD: Merkel schlägt Schäuble als Euro-Gruppen-Chef vor
Nach Informationen der Financial Times Deutschland schlägt Bundeskanzlerin Angela Merkel Finanzminister Wolfgang Schäuble als Chef der Euro-Gruppe vor. Doch es gibt Widerstand aus Frankreich.
Nach Informationen der Financial Times Deutschland schlägt Bundeskanzlerin Angela Merkel Finanzminister Wolfgang Schäuble als Chef der Euro-Gruppe vor. Doch es gibt Widerstand aus Frankreich.
Angela Merkel habe bei anderen Regierungschefs dafür geworben, dass Wolfgang Schäuble Nachfolger des Luxemburger Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker als Euro-Gruppen-Chef werde. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Kreise in Brüssel und mehreren EU-Hauptstädten.
Allerdings erklärte ein hochrangiger EU-Finanzpolitiker der Zeitung zufolge auch: "Noch geht das Spiel nicht auf". Eine Entscheidung könnte sich bis nach den französischen Präsidentschaftswahlen verzögern. Die Bundesregierung erklärte auf Anfrage der FTD, sie beteiligte sich nicht an Personalspekulationen.
Schäuble sei erste Wahl, wenn die Euro-Gruppe nicht erneut von einem Regierungschef geleitet werde, berichtet die Zeitung und zitierte einen Insider: "Er hat im Moment die besten Karten." Die beiden Regierungschefs mit Finanzministererfahrung, Jyrki Katainen aus Finnland und Mario Monti aus Italien, hätten bereits abgelehnt.
Im Bericht heißt es weiter, Schäuble würde sein Amt in Berlin behalten müssen, dann aber weniger Zeit für die deutsche Innenpolitik haben. Trotz seiner "ausgezeichneten" Vernetzung in Paris, gebe es jedoch noch keine Zustimmung von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy. "Sarkozy fürchtet, die deutsche Position könnte zu stark werden. Seit klar ist, dass Merkel für Schäuble sondiert, hat sich die Ablehnung Sarkozys gegen Juncker geändert", werden Kreise der Euro-Gruppe zitiert. In Brüssel wird spekuliert, dass Juncker doch bis 2014 weitermachen könnte. Eigentlich will der 57-Jährige sich wegen Arbeitsüberlastung zurückziehen.
Ferber: Deutschland hat Anspruch auf eine Spitzenposition
Der Vorsitzende der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, erklärte: "Der Euro-Gruppen-Vorsitz ist einer von vier Spitzenposten in Brüssel. Deutschland hat Anspruch darauf eine dieser freiwerdenden Stellen in Brüssel zu besetzen. Schließlich trägt die Bundesrepublik auch die Hauptlasten der Euro-Rettung. Klar ist, dass dieser Posten nur von einem Vertreter eines Stabilitätslandes besetzt werden kann. Denn die Neubesetzung des Postens muss gleichzeitig auch eine Signalwirkung für einen stabilen Euro nach der Krise haben. Durch seine langjährige Erfahrung als Finanzminister wäre Wolfgang Schäuble für diesen Posten eine hervorragende Wahl."
dto
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Presse
FTD: Merkel will Schäuble als Euro-Gruppenchef (15. März 2012)
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