Griechenland: Hafen von Piräus als Indiens Tor zu Europa

Der indische Premierminister Narendra Modi wird am Freitag in Begleitung wichtiger Geschäftsleute Griechenland besuchen. Ziel ist es, Möglichkeiten zu erkunden, den Hafen von Piräus nach dem Brexit als Drehscheibe für indische Exporte zu nutzen, berichten griechische Medien.

Euractiv.com
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Griechische Medien berichteten, dass Indien nach dem Brexit alternative Routen für den Export seiner Produkte in Erwägung zieht. Mit der Aussicht, dass der größte griechische Hafen eine zentrale Rolle spielen könnte, hat Indien nun Piräus im Visier. [Shutterstock/Aerial-motion]

Der indische Premierminister Narendra Modi wird am Freitag in Begleitung wichtiger Geschäftsleute Griechenland besuchen. Ziel ist es, Möglichkeiten zu erkunden, den Hafen von Piräus nach dem Brexit als Drehscheibe für indische Exporte zu nutzen.

Der als „historisch“ bezeichnete Besuch von Modi – der letzte Besuch eines indischen Premierministers fand 1983 statt – wird nach griechischen Medienberichten mit einer umfangreichen Geschäftsagenda begleitet. An der Reise werden auch die Leiter der indischen Industrie sowie zahlreiche Geschäftsleute teilnehmen.

Griechische Medien berichteten, dass Indien nach dem Brexit alternative Routen für den Export seiner Produkte in Erwägung zieht. Mit der Aussicht, dass der größte griechische Hafen eine zentrale Rolle spielen könnte, hat Indien nun Piräus im Visier.

Athen seinerseits wirbt für seine maritime Infrastruktur als Indiens „Tor“ zu Europa. Gleichzeitig wollen die Griechen die Botschaft vermitteln, dass das Mittelmeer ein Gebiet von immenser Bedeutung ist, das als Knotenpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika fungiert.

„Die Grundidee ist, dass Griechenland Indiens Tor zur Europäischen Union werden kann“, sagte der griechische Botschafter in Neu-Delhi, Dimitris Ioannou, in einem Interview mit dem englischsprachigen indischen Nachrichtensender WION.

Lokalen Presseberichten zufolge wird die konservative griechische Regierung nach Investitionssynergien in den Bereichen Infrastruktur (Häfen und Flughäfen), erneuerbare Energien, Spitzentechnologie (künstliche Intelligenz, IT) und Tourismus suchen. Schließlich hat Indien einen jährlichen Ausreiseverkehr von 40 Millionen Menschen mit hohem Einkommen.

Athen ist außerdem der Ansicht, dass der Besuch in hohem Maße geopolitisch motiviert ist und möchte die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich verstärken.

Im vergangenen Monat führten Indien und Griechenland auf Kreta eine gemeinsame Marineübung durch. Im September sollen griechische Kampfjets erstmals an einer Übung der indischen Luftwaffe teilnehmen.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]