Griechischer Agrarminister unterstützt neue Gentechnik

Neue Gen-Editing-Techniken für Lebensmittel könnten die landwirtschaftliche Produktion ankurbeln und zur Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft beitragen, sagte der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Lefteris Avgenakis.

EURACTIV.gr
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Der Minister äußerte sich besonders positiv über die neuen Gen-Editing-Techniken (NGTs), die den Mitgliedstaaten in letzter Zeit Kopfzerbrechen bereitet haben, nachdem die Europäische Kommission im Juli vorgeschlagen hatte, die diesbezüglichen Vorschriften zu lockern. [Shutterstock/Alexandros Michailidis]

Neue Gen-Editing-Techniken für Lebensmittel könnten die landwirtschaftliche Produktion ankurbeln und zur Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft beitragen, sagte der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Lefteris Avgenakis.

Der Minister äußerte sich positiv über die neuen Gen-Editing-Techniken (NGTs), die den EU-Staaten derzeit Kopfzerbrechen bereiten, nachdem die Europäische Kommission im Juli vorgeschlagen hatte, Vorschriften für die Technologie zu lockern.

Bisher unterlagen diese Techniken der Gentechnik-Richtlinie der EU, die ein strenges Genehmigungsverfahren vorsieht. Wissenschaftler haben jedoch argumentiert, dass Gen-Editing-Techniken wesentlich milder und fortschrittlicher sind und keine Risiken bergen.

„Die Biotechnologie mithilfe neuer Genomtechniken erweitert das Instrumentarium der Landwirte für alle Produktionsmodelle, ob in kleinem oder großem Maßstab“, sagte der griechische Minister bei einem informellen Treffen der europäischen Landwirtschafts- und Fischereiminister in Córdoba, Spanien. 

Avgenakis wies auch darauf hin, dass „Innovation die treibende Kraft hinter der Wettbewerbsfähigkeit und der Widerstandsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft“ sei und dass es heute eine Voraussetzung sei, „neue Sorten zu schaffen, um stabile Erträge zu erzielen (…), sowohl für die Sicherung des landwirtschaftlichen Einkommens als auch für die Ernährungssicherheit.“

Ein paar Tage zuvor hatte bereits der tschechische Landwirtschaftsminister Marek Výborný gegenüber EURACTIV erklärt, dass neue Gen-Editing-Techniken der EU helfen könnten, den Klimawandel und die Herausforderung der Ernährung ihrer Bevölkerung zu bewältigen.

Wie EURACTIV zuvor berichtete, sind die EU-Agrarminister besonders uneins über die Lockerung der Regeln zum Gen-Editing, wobei Ungarn und Österreich ausdrückliche Kritik äußerten und Deutschland seine Bedenken über die Patentierbarkeit von NGTs äußerte.

Avgenakis scheint Gen-Editing-Techniken nicht nur als treibende Kraft für die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch als wesentlich für die Zukunft und Nachhaltigkeit der europäischen Landwirtschaft zu betrachten, da er feststellte, dass „die Gegenwart und Zukunft der Produktion mit dem wissenschaftlichen Fortschritt verbunden ist.“

Seine Position zu der von der EU-Kommission vorgeschlagene Lockerung dieser Vorschriften scheint jedoch noch nicht festzustehen, da er lediglich darauf hinwies, dass ein klarer rechtlicher Rahmen geschaffen werden muss, der die neuen Gene-Editing-Techniken einbezieht.

„Die Vorteile [der Gen-Editing-Techniken] für die europäische Landwirtschaft, die auf den Forschungsergebnissen zu den neuen Gen-Editing-Techniken beruhen, werden sich erst nach der Einführung eines geklärten Rechtsrahmens einstellen“, sagte Avgenakis.

Dies könnte „die Grundlage sein, auf der politische Maßnahmen, Investitionen, Kooperationen und Fördermaßnahmen konzipiert werden können“, so der Minister weiter.

„Wir sind auf der Suche nach Pflanzen mit hohem Nährwert für die Verbraucher, die sich besser an veränderte klimatische Bedingungen anpassen können“, erklärte er abschließend.