Hollywood spielt Klimaschutz

Nicht nur weil Arnold Schwarzenegger als Stargast auftrat, der Klimaschutzgipfel in Wien erinnerte an eine Hollywood-Inszenierung.

Euractiv.de
R20 Austrian World Summit in Vienna
Arnold Schwarzenegger als Stargast beim R20 in Wien. [EPA-EFE/FLORIAN WIESER]

Nicht nur weil Arnold Schwarzenegger als Stargast auftrat, der Klimaschutzgipfel in Wien erinnerte an eine Hollywood-Inszenierung.

Der Rahmen für das mittlerweile bereits zum zweiten Mal stattfindende „R20 Austrian World Summit“ war imperial: 1200 Teilnehmer aus 70 Staaten, unter ihnen UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, waren zu einem Gipfeltreffen für den Klimaschutz nach Wien in die Hofburg gereist. Auf einer gigantischen Leinwand und mit Lichteffekten gehen Unwetter nieder, die einem das Frösteln lehren, während gleichzeitig die Wiener Sängerknaben auf dem roten Teppich singend in den Festsaal einziehen.

Am Rednerpult steht Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger, um die Öffentlichkeit zu mehr „Action“ im Kampf gegen den Klimawandel aufzurufen. Er zieht einen Vergleich mit der Sportwelt: „Wie beim Gewichtheben brauchen wir auch beim Klimaschutz mehr Selbstvertrauen.“ Unter Anspielung auf die gerade gezeigte Filmszene verweist Schwarzenegger darauf, dass schon jetzt Unwetter aufgrund des Klimawandels zunehmen, der Meeresspiegel steigt und laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sieben Millionen Menschen jährlich durch Luftverschmutzung sterben. Das seien, so Schwarzenegger, „mehr Tote als durch Aids und Tuberkulose“.

Organspende für Trump & Co.

Der in Österreich aufgewachsene und in den USA berühmt gewordene Filmstar mit Polit-Karriere lässt auch Präsident Donald Trump nicht ungeschoren davonkommen. Er fordert ihn auf, von seiner Ankündigung aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten, Abstand zu nehmen und sich der Umweltbewegung anzuschließen: „Auch Sie, Präsident Trump, treten Sie uns bei.“ Noch direkter war „Arnie“ zuvor beim Gespräch mit der österreichischen Staatsspitze, also Bundespräsident Alexander van der Bellen und Bundeakanzler Sebastian Kurz. Dabei nahm er Bezug auf die erst bei ihm kürzlich vorgenommen Herzoperation. Wäre diese OP schief gegangenen, hätte er seine Organe gespendet. Und zwar „das Herz Donald Trump, weil er kein Herz hat. Das Hirn dem Umweltminister, denn fas fehlt ihm.“

Einführung eines CO2-Mindestpreises

Ziel der Konferenz ist es im Übrigen, führende Politiker, Unternehmen, Vertreter der Zivilgesellschaft, Start-Ups, Akteure aus Regionen und Städten sowie Experten zusammenzubringen, um Partnerschaften zu stärken, Erfahrungen und Ideen auszutauschen sowie konkrete, nachhaltige Klimaschutzprojekte zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wurde von Österreichs Umweltministerin Elisabeth Köstinger ein CO2-Mindestpreis im Emissionshandel vorgeschlagen. Eine Idee, die gleich Rückendeckung von der französischen Staatssekretärin Brune Poirson erhielt. Sie plädierte für einen „ambitionierten“ Preis von 25 bis 30 Euro pro Tonne CO2 und das Thema auf die Agenda der kommenden EU-Ratspräsidentschaft zu setzen.