Immer mehr Plastik auf der Welt
Während die globale Produktion von Kunststoffen steigt, nimmt sie in Europa ab. Letzteres ist aber wohl auf steigende Importe zurückzuführen.
Während die globale Produktion von Kunststoffen steigt, nimmt sie in Europa ab, so PlasticsEurope, der führende paneuropäische Verband der Kunststoffhersteller. EURACTIVs Partner Journal de l’Environnement berichtet.
Auf globaler Ebene nimmt die Kunststoffproduktion zu. Mit 359 Millionen Tonnen, die 2018 in den Verkehr gebracht wurden, wurde ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Seit 1990 hat sich die Plastikproduktion mehr als verdreifacht.
Mit einem Anteil von 30 Prozent am weltweiten Kunststoffangebot behauptet China weiterhin seine „Führungsposition“. Hier hat sich die Menge an hergestelltem Kunststoff im Vergleich zu 2017 verdoppelt. Insgesamt stammt deutlich mehr als 50 Prozent der weltweit produzierten Kunststoffe aus Asien.
Doch auch die Produktion in Nordamerika ist gestiegen und liegt nun bei 18 Prozent des Weltanteils. Angetrieben wurde dieses Wachstum vor allem von den neuen unkonventionellen Gaskraftwerken in den USA.
Europa scheint sich indes leicht gegen diesen Trend zu entwickeln: Nachdem die Kunststoffherstellung 2017 noch um 3,4 Prozent gestiegen war, sank die europäische Produktion 2018 um 4,3 Prozent. Dies könnte allerdings auch ein Effekt des deutlichen Anstiegs (+26 Prozent) von US-Exporten nach Europa sein. Im Gegensatz zum offenen Markt Europas hat China seinen Markt für derartige US-Exporte – auch aufgrund der Zollstreitigkeiten – aktuell geschlossen.
Der europäische Kunststoff-Konsum stieg derweil leicht (0,4 Prozent) an. Dies ist vor allem auf die Verpackungs- und Bausektoren zurückzuführen, die deutlich vor der Automobilindustrie liegen.
In Frankreich zeigte sich hingegen ein doppelter Rückgang: Minus 5,1 Prozent bei der Produktion und minus 2,6 Prozent beim Verbrauch/Nutzung von Kunststoffen.
Auf Nachfrage, ob dies mit der europäischen (und der strikteren französischen) Politik gegen Einweg-Kunststoffe zusammenhängen könnte, kommentiert der größte europäische Branchenverband PlasticsEurope, es sei „verfrüht“, aus diesen marginalen Rückgängen „eine langfristige Trendwende abzuleiten“.
Die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen stieg in Frankreich derweil um 14 Prozent, so eine Schätzung des französischen Nationalverbands der Kunststoffrecycler.
Momentan bleiben die gängigsten Kunststoffe Polyethylen oder PE (27 Prozent), Duroplaste (21 Prozent), Polypropylen (19 Prozent) und Polyvinylchlorid oder PVC (13 Prozent).
Das beispielsweise für gewisse Getränkeflaschen verwendete Polyethylenterephthalat (PET) ist zwar relativ leicht recycelbar, macht aber aktuell nur sechs Prozent der weltweit produzierten Kunststoffe aus.