Innovationsgipfel für Europa und Zentralasien
Zwei Tage lang ist Wien Schauplatz eines Weltwirtschaftsgipfels für mehr als 500 Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft aus 67 Ländern. Das Programm des Weltwirtschaftsforums zu Europa und Zentralasien sucht nach den besten Lösungen und Strategien für Innovationen und drei Kernbereiche.
Zwei Tage lang ist Wien Schauplatz eines Weltwirtschaftsgipfels für mehr als 500 Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft aus 67 Ländern. Das Programm des Weltwirtschaftsforums zu Europa und Zentralasien sucht nach den besten Lösungen und Strategien für Innovationen und drei Kernbereiche.
Die drei Kernbereiche sind die globale Wettbewerbsfähigkeit, der Ressourcenausgleich und die Widerstandsfähigkeit gegen Risken. Das Weltwirtschaftsforum ist zwar von Davos bekannt, doch für die Konferenz über Europa und Zentralasien bot sich Wien als Tor zum Osten an.
Das Treffen sei eine Chance für Österreich, für den Handel und für internationale Beziehungen, sagte Österreichs Außenminister Michael Spindelegger im Vorfeld des Gipfels. Der Gipfel sei die beste Gelegenheit, mit den Wirtschaftsbossen der osteuropäischen und zentralasiatischen Märkte direkt zu sprechen.
Es gebe keinen besseren Ort für dieses Treffen als Wien, der Brücke zwischen Europa und dem Osten, betonte der Leiter des Weltwirtschaftsforums Europa und Zentralasien (Word Economic Forum on Europe and Central Asia), Stephen Kinnock.
Europa werde nie in der Lage sein, in einem Preiskampf mit dem Rest der Welt konkurrenzfähig zu sein, so Kinnock. Aber bei Innovation sei Europa führend. Europa habe ein riesiges Potenzial an neuen Ideen und neuen Produkten und müsse seinen Schwerpunkt auf Qualität legen.
Die Zukunft des Regierens
Vor dem offiziellen Beginn des Kongresses am heutigen Mittwoch stellte das Weltwirtschaftsforum den Bericht "Die Zukunft des Regierens: Welche Lektionen weltweit gelernt wurden" vor. Der englischsprachige Report befasst sich eingehend mit Beispielen der besten Regierungspraxis und mit der Notwendigkeit für Regierungen, ihre Strukturen und Prozesse mit neuen Akteuren und neuen Instrumenten neu zu gestalten. Das soll Regierungen in die Lage versetzen, in einem komplexen, eng verflochtenen und sich schnell wandelnden Umfeld im 21. Jahrhundert effizient und effektiv zu sein.
FAST als Antwort auf Revolutionen
Ein aktuelles Beispiel sei der Nahe Osten, wo die Jugendrevolutionen nach sofortigen Reformen verlangen. Die Herausforderungen, denen sich die Regierungen ausgesetzt sehen, gehen über die nationalen Grenzen hinaus und erfordern Mittel und Expertisen, die Regierungen normalerweise überfordern. Was der Bericht hier empfiehlt, sind FAST-governments, gleichsam schnelle Regierungen. FAST steht für flatter, agile, streamlined und tech-enabled governments, flache, agile, moderne und technikfähige Regierungen.
Rückschritte Russlands
Ein anderer Bericht, der schon vor der Konferenz vorgestellt wurde, ist der Wettbewerbsbericht Russland. Er unterstreicht die Wichtigkeit von Innovation für das Wachstum in Russland. Die Russische Föderation sei hinter die anderen BRIC-Staaten (Brasilien, Indien, China) zurückgefallen, die Produktivität Russlands stagniere. Doch das Land habe das Potenzial für ein Wachstum wie in den anderen BRIC-Staaten – vorausgesetzt, dass die russischen Politiker Initiativen ergreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern, die im vergangenen Jahr für einen negativen Trend gesorgt hatte.
Den Schwerpunkt legt der Report auf Innovation. Russland sollte demnach besonders seine innovativen Klein- und Mittelbetriebe unterstützen und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erhöhen.
Grenzfragen
Während an den Grenzen Österreichs für die Dauer der Konferenz aus Sicherheitsgründen wieder Grenzkontrollen durchgeführt werden, wird auf dem Gipfel selbst ebenfalls über Grenzen diskutiert, nämlich wie Grenzen der Innovation überwunden werden können. Die erste Plenarsitzung am Mittwoch befasst sich mit der regionalen Vielfalt und der Rolle der Innovation sowie mit den Politiken und Strategien in Richtung zu mehr Wettbewerbsfähigkeit.
In Zeiten schnellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandels laute die Frage, wie kann Innovation über geografische Grenzen, über Branchen und Generationen hinweg für Wettbewerbsfähigkeit in der globalen Realität sorgen.
Andere Plenarsitzungen befassen sich mit dem Preis für soziales Unternehmertum Europa 2011, mit der Frage, wie sich große Organisationen in Zukunft entwickeln müssen, sowie mit Themen wie "Zentralasien am Wendepunkt", "Visionen für eine nachhaltige Zukunft", "Der Arabische Frühling und seine Folgen" sowie der "Stresstest für Europa" und die Angst vor weiteren Rettungsaktionen in der Euro-Zone.
ekö
Links
Word Economic Forum: Bericht: Die Zukunft des Regierens (auf Englisch)