Johnson blickt auf lukrative, aber ungewisse Zukunft
Boris Johnson bleibt zwar nur noch eine Woche im Londoner Regierungssitz Downing Street 10, doch der scheidende Premierminister hat seine politische Karriere noch nicht aufgegeben.
Boris Johnson bleibt zwar nur noch eine Woche im Londoner Regierungssitz Downing Street 10, doch der scheidende Premierminister hat seine politische Karriere noch nicht aufgegeben.
In seiner letzten Woche als Premierminister absolviert Johnson eine Reihe öffentlicher Besuche im gesamten Vereinigten Königreich. Am 6. September soll seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger, Liz Truss oder Rishi Sunak, auf einem Sonderparteitag der Konservativen ernannt werden.
Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung dürfte Johnson als Autor und Redner gefragt sein und könnte bis zu 5 Millionen Pfund pro Jahr verdienen.
Vertraute des konservativen Politikers sagen jedoch, er fühle sich schlecht behandelt, nachdem ein Massenrücktritt von Ministern ihn zum Rücktritt gezwungen hatte. Wiederholt hat er sich geweigert, ein politisches Comeback auszuschließen.
Historisch gesehen sind Comebacks ehemaliger Premierminister:innen in Großbritannien jedoch äußerst selten. Das letzte Mal, dass ein ehemaliger Premierminister später ein Ministeramt übernahm, war im Jahr 1970 Alec Douglas-Hume.
„Ich fürchte, er hat ein außerordentliches Ego und glaubt, dass er schlecht behandelt wurde. Er sieht die Realität nicht, die darin besteht, dass er ein furchtbarer Premierminister war und sein Amt aufgrund tiefgreifender Charakterschwächen verloren hat“, sagte der ehemalige Kabinettsminister Rory Stewart, der 2019 gegen Johnson für die Führung der Konservativen kandidierte, am Dienstag gegenüber der BBC.
Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete Johnson am Dienstag: „Ich denke, im Großen und Ganzen interessieren sich die Menschen in diesem Land mehr für ihr Gigabit-Breitband als für das Schicksal dieses oder jenes Politikers.“
Während Meinungsumfragen darauf hindeuten, dass die meisten Wähler:innen erleichtert darüber sind, dass Johnson im Juli von seiner Partei zum Rücktritt gezwungen wurde, erfreut er sich unter Wähler:innen der Konservativen weiterhin großer Beliebtheit.
So ergab eine YouGov-Umfrage, dass 38 Prozent der Befragten den Rauswurf Johnsons für richtig hielten, 40 Prozent für falsch.