"Keine Übung": Schweden stationiert Patriot-Raketen in Göteborg

Die schwedischen Verteidigungskräfte haben am Montag das fortschrittliche Patriot-Luftabwehrsystem um den strategischen Südhafen von Göteborg stationiert, um zu sehen, wie es in einer Krisensituation reagiert, falls Schweden angegriffen wird.

Euractiv.com
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Die schwedischen Streitkräfte schätzen das Risiko eines bewaffneten Angriffs auf Schweden als gering ein, können ein solches Szenario aber nicht ausschließen. [Shutterstock/Mircea Moira]

Die schwedischen Verteidigungskräfte haben am Montag das fortschrittliche Patriot-Flugabwehrsystem im Südhafen von Göteborg stationiert. Damit soll der Ernstfall, ein Angriff auf Schweden, geprobt werden.

 Es ist das erste Mal, dass die schwedischen Streitkräfte das amerikanische Patriot-Luftabwehrsystem, das je nach Raketentyp ballistische Raketen, Marschflugkörper und Flugzeuge in einem Umkreis von 60 bis 160 Kilometern abfangen kann, in den Einsatz bringen.

„Die Westküste mit dem Hafen von Göteborg ist strategisch wichtig mit all den Transporten, die dort ankommen, und deshalb ist es absolut entscheidend, sich mit diesem System gegen einen Angriff schützen zu können“, sagte die Pressesprecherin der schwedischen Streitkräfte, Therese Fagerstedt, gegenüber Aftonbladet.

„Es handelt sich dabei nicht um eine Übung“, sagte Fagerstedt und fügte hinzu, der Einsatz sei vielmehr Teil einer Bereitschaftsoperation.

„Kontingenzoperationen werden durchgeführt, um zu testen, wie schnell und effektiv unsere Einheiten und Kampftruppen in einer Krisensituation reagieren können. Die Operation wird nicht durch eine mögliche Bedrohung Schwedens ausgelöst“, heißt es auf der Website des schwedischen Verteidigungsministeriums.

Die schwedischen Streitkräfte schätzen das Risiko eines bewaffneten Angriffs auf Schweden als gering ein, können ein solches Szenario aber nicht ausschließen.

Nach Beginn des Ukrainekriegs hat Schweden seine Militärausgaben erhöht, unter anderem durch den Kauf von Patriot-Luftabwehrraketen aus den USA.

Allein im letzten Jahr hat Schweden zwei Aufträge erteilt, einen im Wert von 30 Milliarden SEK (2 Milliarden Euro), der von der derzeitigen Regierung vor Weihnachten erteilt wurde, und einen im Wert von 1,3 Milliarden SEK (114 Millionen Euro), der von der früheren sozialdemokratischen Regierung im Mai letzten Jahres erteilt wurde.

„Wir machen einen weiteren Schritt zur Stärkung Schwedens und unserer Verteidigungsfähigkeit. Diese Investition ebnet den Weg für eine stark verbesserte Luftverteidigung. Dies ist besonders wichtig angesichts der russischen Invasion in der Ukraine“, sagte Schwedens damaliger Finanzminister Max Elger im Mai 2022.