Lagarde erklärt Kandidatur für IWF-Chefposten

Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde will Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Aus den Schwellenländern droht jedoch Widerstand.

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde wird nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den IWF-Chefposten in Paris von Journalisten umlagert. Foto: dpa
Die französische Finanzministerin Christine Lagarde wird nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den IWF-Chefposten in Paris von Journalisten umlagert. Foto: dpa

Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde will Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Aus den Schwellenländern droht jedoch Widerstand.

"Ich habe mich dafür entschieden, für die Spitze des IWF zu kandidieren", sagte Christine Lagarde am Mittwoch in Paris. Die Unterstützung aus einer ganzen Reihe von Ländern habe sie dazu ermutigt. Unter anderen hatte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel für Lagarde stark gemacht – nicht zuletzt in Ermangelung eines geeigneten deutschen Kandidaten.

Angesichts der Schuldenkrise in vielen Euro-Ländern begrüßte auch EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso die Kandidatur der Französin. "Frau Lagarde ist in der internationalen Gemeinschaft gut angesehen", sagte er. Der IWF stützt Griechenland, Irland und Portugal mit Milliardenbeträgen.

Der bisherige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, ebenfalls Franzose, war vorige Woche zurückgetreten (EURACTIV.de vom 19. Mai 2011). Er soll Ermittlungen zufolge versucht haben, in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen zu vergewaltigen.

Allerdings droht Lagarde Widerstand aus den Schwellenländern. Die fünf IWF-Direktoren aus China, Brasilien, Indien, Südafrika und Russland sprachen sich dagegen aus, dass der neue Managing Director wie bisher automatisch von den Europäern gestellt wird. Nicht die Nationalität, sondern die Fähigkeiten sollten den Ausschlag geben, erklärten sie.

EURACTIV/rtr/dto

Links

Mehr zum Thema auf EURACTIV.de

Berlin hält Rennen um IWF-Chefposten offen (20. Mai 2011)

Strauss-Kahn gibt auf – Streit um Nachfolge entbrennt (19. Mai 2011)

Affäre DSK: Europäer wollen IWF-Chefposten halten (17. Mai 2011)

Affäre DSK: Euro-Entscheidungen ohne Strauss-Kahn (16. Mai 2011)