Litauen verweist russischen Botschafter des Landes
Der russische Botschafter in Litauen wird das Land aufgrund der Herabstufung der diplomatischen Beziehungen inmitten des Krieges in der Ukraine verlassen müssen, teilte das Außenministerium Litauens am Montag mit.
Der russische Botschafter in Litauen wird das Land aufgrund der Herabstufung der diplomatischen Beziehungen inmitten des Krieges in der Ukraine verlassen müssen, teilte das Außenministerium Litauens am Montag mit.
Am selben Tag gab der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis auf Twitter bekannt, dass der litauische Botschafter in der Ukraine wieder nach Kiew verlegt werde.
„Litauen steht in voller Solidarität mit der Ukraine und dem ukrainischen Volk, das Opfer der beispiellosen Aggression Russlands ist. Wir senken daher das Niveau der diplomatischen Vertretung Russlands“, sagte Landsbergis.
Als Reaktion auf die russische Aggression gegen die Ukraine hat die Regierung des baltischen Landes auch das russische Generalkonsulat in Klaipėda geschlossen. Das litauische Außenministerium hat Vertreter:innen der russischen Botschaft in Vilnius einbestellt und sie über diese Entscheidung informiert.
Litauen hat die Gräueltaten der russischen Streitkräfte in mehreren zuvor besetzten ukrainischen Städten, darunter das Massaker in Butcha, scharf verurteilt.
„Leider kann das, was die Welt in Butscha zu Gesicht bekam, nur der Anfang sein. Wir werden noch mehr Beweise für grausame Kriegsverbrechen in anderen Städten entdecken, sobald diese befreit sind. Die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von den russischen Streitkräften in der Ukraine begangen wurden, werden nicht in Vergessenheit geraten“, sagte Landsbergis.
Litauen unterstützt alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass die russischen Streitkräfte für Verstöße gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht in der Ukraine zur Rechenschaft gezogen werden, fügte die Regierung hinzu.
Auch der litauische Botschafter in Moskau soll „in naher Zukunft“ nach Litauen zurückkehren.
Linas Kojala, Direktor des Zentrums für Osteuropastudien, kommentierte die am Montag getroffene Entscheidung in einem Tweet: „Formal handelt es sich um eine Herabstufung der diplomatischen Beziehungen, obwohl es schwer vorstellbar ist, wie sie aufrechterhalten werden könnten“.
Vor einer Woche wies Russland vier litauische Diplomat:innen aus, nachdem Litauen Anfang März vier Mitarbeiter:innen der russischen Botschaft „wegen Aktivitäten, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar sind“, zur Persona non grata erklärt hatte.