Mehr russische Spionage in Schweden erwartet

Mit dem Beitritt Schwedens zum NATO-Bündnis dürfte die russische Spionagetätigkeit voraussichtlich zunehmen, wie die Chefin des schwedischen Geheimdienstes Charlotte von Essen am Dienstag (10. Januar) erklärte.

Euractiv.com
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Reading,,Berkshire,,England,-,May,03,,2018,,Monochrome,Representation,Of [Shutterstock/Barry Barnes]

Mit dem Beitritt Schwedens zum NATO-Bündnis dürfte die russische Spionagetätigkeit voraussichtlich zunehmen, wie die Chefin des schwedischen Geheimdienstes Charlotte von Essen am Dienstag (10. Januar) erklärte.

Schweden hatte wie Finnland im Sommer letzten Jahres das Beitrittsprotokoll zum NATO-Bündnis unterzeichnet, doch die Türkei und Ungarn haben die Mitgliedschaft noch immer nicht ratifiziert, sodass aktuell Stillstand im Beitrittsprozess herrscht.

Schwedens Sicherheit werde jedoch durch eine sich verschlechternde äußere Lage infolge des Krieges in der Ukraine und eine zunehmende Bedrohung durch russische Geheimdienste herausgefordert, sagte von Essen auf der nationalen Konferenz der schwedischen Volks- und Verteidigungsunion in Sälen.

„Wir sehen nachrichtendienstliche Aktivitäten, bei denen man an sensible Informationen gelangen will. Aber es gibt auch andere Arten von Angriffen wie Beeinflussungsaktionen und verschiedene Formen der Sabotage“, sagte sie. Kritische Infrastrukturen würden dabei besonders ins Visier genommen.

Laut von Essen erfordern drei Sektoren „besondere Aufmerksamkeit“, nämlich „Telekommunikation, Elektrizitätsversorgung und der Transport von kritischem Material.“

Der schwedische Sicherheitsdienst habe seine Arbeit intensiviert, um der sich verschlechternden Außensituation zu begegnen, es Russland zu erschweren, nachrichtendienstliche Aktivitäten in Schweden durchzuführen und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft zu erhöhen, erklärte sie.

In den letzten Monaten hatte es in Schweden einige aufsehenerregende Spionagefälle gegeben, insbesondere der Fall der Kia-Brüder, ehemaliger Geheimdienstagenten, die beschuldigt wurden, für den russischen Militärgeheimdienst GRU zu arbeiten.

Laut von Essen arbeiten der schwedische Sicherheitsdienst und der Militär- und Sicherheitsdienst (MUST) daran, zu verhindern, dass sich solche Fälle wiederholen. „Wir arbeiten intensiv mit dem MUST zusammen, um dies zu verhindern. Aber letztendlich kann man nie ganz garantieren, dass so etwas nicht wieder passiert.“