Merkel und Lagarde beraten über Griechenland
Christine Lagarde hat in Berlin mit der Bundesregierung über die Schuldenkrise beraten. Nach einem Treffen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach die IWF-Chefin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die angespannte Situation in Griechenland und die Frage, unter welchen Bedingungen der IWF der Auszahlung der nächsten Finanztranche an das hochverschuldete Land zustimmen kann.
Christine Lagarde hat in Berlin mit der Bundesregierung über die Schuldenkrise beraten. Nach einem Treffen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach die IWF-Chefin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die angespannte Situation in Griechenland und die Frage, unter welchen Bedingungen der IWF der Auszahlung der nächsten Finanztranche an das hochverschuldete Land zustimmen kann.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde haben am Dienstagabend bei einem Treffen in Berlin über Wege aus der Schuldenkrise in der EU beraten. "Außerdem ging es um die Situation in Griechenland und die bevorstehende nächste Mission der Troika in Athen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert nach Abschluss des Treffens im Kanzleramt. Details zum Inhalt der Gespräche nannte er jedoch nicht. Lagarde war am Mittag mit Finanzminister Wolfgang Schäuble zusammengetroffen.
Bei dem Gespräch mit der Kanzlerin dürfte es zum einen um die Frage gegangen sein, unter welchen Bedingungen der IWF der Auszahlung der nächsten Finanztranche an das hochverschuldete Griechenland zustimmen kann. Zum anderen haben die Europäer dem IWF bisher rund 175 Milliarden Euro zusätzliches Kapital zugesagt, damit der Währungsfonds seinerseits angeschlagenen Euro-Staaten im Notfall neue Kreditlinien zur Refinanzierung zur Verfügung stellen kann.
Offenbar ging es in dem Gespräch Merkels mit der früheren französischen Finanzministerin aber auch um die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Staaten gestärkt werden kann. "Die Bundeskanzlerin und die IWF-Chefin bekannten sich beide erneut zu dem Ziel, Wachstum und Beschäftigung in Europa nachhaltig zu stärken", sagte Seibert. Bereits am Montag hatten Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy betont, dass mehr Wachstum in den Euro-Staaten Priorität haben müsse (EURACTIV.de vom 9. Januar 2012).
Rehn: Gläubiger-Gespräche vor Abschluss
Derweil stehen die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen privaten Gläubigern über einen teilweisen Forderungsverzicht nach den Worten von EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn kurz vor einem Abschluss.
Die Gespräche befänden sich in der Endphase, sagte Rehn am Montag in London der Nachrichtenagentur Reuters. Der Forderungsverzicht für die Gläubiger dürfte bei den im Oktober vereinbarten 50 Prozent liegen, fügte der Finne hinzu. Das entspräche rund 100 Milliarden Euro. Nach den Vorstellungen der EU-Länder sollen die Banken alte Anleihen durch neue ersetzen mit längerer Laufzeit, geringeren Kupons und kleinerem Volumen.
Selbst wenn es zu einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Weltbankenverband kommen sollte, ist noch völlig offen, wieviele Institute am Ende tatsächlich mitziehen. Sollten etwa die Häuser mit Kreditausfallversicherungen den Deal ablehnen, könnten andere dem Beispiel folgen und dann fiele die Entlastung für Griechenland deutlich geringer aus. Finanzkreisen zufolge ist ein Streit entbrannt zwischen den Gläubigern, die eine Kreditversicherung (CDS) gekauft haben, und den anderen.
Die Beteiligung privater Gläubiger – Banken, Versicherungen und Hedgefonds – ist Voraussetzung für das neue Rettungspaket für Griechenland. Das mit 350 Milliarden Euro verschuldete Land braucht das Geld dringend, da sonst im März die Zahlungsunfähigkeit droht.
EURACTIV/rtr
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