NATO: Mitgliedsstaaten gaben letztes Jahr mehr als 1 Billion Dollar für die Verteidigung aus
Die Verteidigungsausgaben haben die Prognosen übertroffen, wie am Donnerstag veröffentlichte NATO-Zahlen zeigen. Zwanzig Mitgliedsländer erreichten außerdem das Zwei-Prozent-Ziel - gaben also mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für die Verteidigung aus.
Die Verteidigungsausgaben haben die Prognosen übertroffen, wie am Donnerstag veröffentlichte NATO-Zahlen zeigen. Zwanzig Mitgliedsländer erreichten außerdem das Zwei-Prozent-Ziel – gaben also mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für die Verteidigung aus.
Die 32 NATO-Mitglieder haben im vergangenen Jahr rund 1,3 Billionen Dollar (1,1 Billionen Euro) für ihre Verteidigung ausgegeben – damit haben die Ausgaben Rekordhöhe erreicht. Den NATO-Zahlen zufolge enspricht das im Vergleich zum Jahr 2023 einem Anstieg von 19 Prozent.
Europa und Kanada beliefen sich 2024 auf insgesamt 468 Milliarden Dollar (412 Milliarden Euro) – 38 Prozent davon flossen in den Kauf von Großgerät. Die Vereinigten Staaten entfielen gaben 818 Milliarden Dollar (720 Milliarden Euro) aus.
Den Daten zufolge fließt das meiste Geld an der östlichen NATO-Flanke – dem Grenzgebiet mit Russland, den baltischen Staaten und Polen. Auch Griechenland bleibt unter denen, die viel in die Verteidigung investieren.
Das Zwei-Prozent-Ziel wurde von 22 Länder erreicht. Anfang des Jahres gingen Schätzungen – basierend auf Preisen von 2021 – noch von 23 Ländern aus. Montenegro hat das Ziel allerdings verfehlt.
Europa hat sich angesichts des russischen Krieges in der Ukraine nachdrücklich zur Erhöhung der Militärausgaben verpflichtet – insbesondere auf Drängen von US-Präsident Trump. Dieser hatten gedrohnt jenen nicht zu helfen, die nicht in ihre Verteidigung investierten.
Die schwindende Verteidigungspräsenz der USA in Europa hatte auch Nachzügler gedrängt, Taten folgen zu lassen.
Investitions-Schlusslichter wie Belgien (1,29 Prozent), Italien (1,5 Prozent) und Spanien (1,24 Prozent) haben jeweils große Summen zugesagt, um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen. Auch Kanada verfehlte das Zwei-Prozent-Ziel (1,45 Prozent).
Einige Länder, die in Sicherheitsbemühungen eine große Rolle spielen, haben das Ziel nur knapp erreicht – darunter das Vereinigte Königreich (2,33 Prozent), Deutschland (2,1 Prozent) und Frankreich (2,03 Prozent).
Forderungen nach Fünf-Prozent-Ziel
Washington drängt darauf, das Ziel der Verteidigungsausgaben von 2 auf 5 Prozent des BIP anzuheben. Die Gespräche dauern an. NATO-Diplomaten vermuten, dass ein Kompromiss zwischen 3 und 3,5 Prozent gefunden werden könnte. Eine endgültige Entscheidung soll auf dem NATO-Gipfel Ende Juni in Den Haag getroffen werden.
Das reguläre Ziel für die Verteidigungsausgaben könne „auf 3,5 Prozent mit einem Zuschlag von 1,5 Prozent“ für nichtmilitärische Bereiche festgelegt werden, sagte der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson letzte Woche.
Es gebe eine „laufende Diskussion“ in der NATO über die Festlegung eines Ziels für „zivile Verteidigung, Bereitschaft und Unterstützung für die Ukraine“, sagte der Schwede.
(aw)