Neue Datenstrategie: Regierung sieht viel ungenutztes Datenpotenzial
Die neue Nationale Datenstrategie wurde vom Bundeskabinett am Mittwoch (30. August) verabschiedet. Ziel ist, das Potenzial der erzeugten Daten effektiver zu nutzen, die digitale Innovation zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Die neue Nationale Datenstrategie wurde vom Bundeskabinett am Mittwoch (30. August) verabschiedet. Ziel ist, das Potenzial der erzeugten Daten effektiver zu nutzen, die digitale Innovation zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
„Daten sind der Rohstoff der Digitalisierung und wir sitzen auf einem riesigen Datenschatz“, betonte Digitalminister Volker Wissing (FDP) bei der Vorstellung des Kabinettsbeschlusses.
Die Nationale Datenstrategie, vorgelegt vom Digital-, Wirtschafts- und Innenministerium, wurde bei der Klausurtagung der Bundesregierung in Meseberg verabschiedet und baut auf die bereits bestehende Datenstrategie 2021 auf. Sie soll durch eine zukunftsfähige Datennutzung für Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und öffentliche Verwaltung die Dateninteroperabilität stärken und zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beitragen.
Mit der neuen Strategie soll nicht nur die bestehende Strategie um mehr Datenbereitstellung, -qualität und -nutzung ergänzt werden, sondern auch das neue Leitbild der künftigen Datenpolitik geschaffen werden.
„Bislang bleiben Daten viel zu oft ungenutzt und fehlen somit für digitale Innovationen. Das betrifft industrielle genauso wie öffentliche Daten. Das wollen und müssen wir ändern“, betonte Wissing.
Derzeit werden, laut Wirtschaftsministerium, 80 Prozent der industriell erzeugten Daten nicht weiterverwendet. Ziel der neuen Strategie sei es, das Potenzial dieser Daten besser zu nutzen.
„Die neue Datenstrategie ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und setzt ein Hebelprojekt der Digitalstrategie um“, fügte Wissing hinzu. Mit der Digitalstrategie 2022 erwartete die Bundesregierung ressort-übergreifend die größte Hebelwirkung. Nun bildet diese die Grundlage der neuen Datenstrategie.
Vor genau einem Jahr wurde im Bundeskabinett die Digitalstrategie 2022, um den Rahmen für die deutsche Digitalpolitik in der laufenden Legislaturperiode bis 2025 zu setzen.
Großbaustellen bei der Digitalisierung
„Die Datenstrategie wird am Ende nur so gut sein, wie sie mit anderen Digitalprogrammen verzahnt wird. Daten und KI, Innovationspolitik und Digitalisierungsförderung können nur zusammen gedacht funktionieren“, äußerte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von Bitkom.
Erst vor zwei Tagen veröffentlichte Bitkom eine Jahresbilanz zur Digitalstrategie. Dabei wurden 11 Prozent der 334 Vorhaben dieser Legislatur abgeschlossen. 66 Prozent befinden sich in Umsetzung, und 23 Prozent der vereinbarten Vorhaben wurden noch nicht begonnen.
„Die Bundesregierung hat sich ein ambitioniertes Programm gegeben, kommt allerdings mit der Umsetzung nicht hinterher“, schlussfolgerte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
Zu den Großbaustellen der Digitalisierung gehörten vor allem die Schulen, Verwaltungen und die Datenpolitik, so der Verband.
Außerdem sei die Relevanz und Komplexität der Vorhaben sehr unterschiedlich. Einige Vorhaben stehen unter Einbindung verschiedenster Ressourcen oder benötigen die Abstimmungen auf Bundes- und EU-Ebene, während andere kaum erwähnenswert seien.
„Nur mit einer ausgeprägten Datenkompetenz in Deutschland lässt sich auch das über Jahrzehnte verzerrte Bild von Datennutzung und Datenschutz aufbrechen. Dabei handelt es sich um zwei Seiten derselben Medaille: Ein wirksamer Datenschutz schafft Räume für Datenaustausch und -nutzung“, fasste Dirk Freytag, Präsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), zusammen.