Neue Führungsduo für das französische Gesundheitswesen
Catherine Vautrin, die ehemalige französische Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Solidarität, kehrt in das neue Kabinett zurück. Unterstützt wird sie von Yannick Neuder, der als beigeordneter Minister für Gesundheit und Zugang zu medizinischer Versorgung fungieren wird.
Catherine Vautrin, die ehemalige französische Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Solidarität, kehrt in das neue Kabinett zurück. Unterstützt wird sie von Yannick Neuder, der als beigeordneter Minister für Gesundheit und Zugang zu medizinischer Versorgung fungieren wird.
„Es ist mir eine große Ehre, ab morgen das Ressort Arbeit, Gesundheit, Solidarität und Familie zu übernehmen, dessen große Bedeutung für das tägliche Leben unserer Mitbürger ich voll und ganz verstehe. Sie können auf mein volles Engagement zählen“, kommentierte Vautrin (Les Républicains) auf X nach der Ankündigung von Bayrou am Montag (23. Dezember).
Auch Neuder äußerte sich: „Ich nehme meine Rolle als Minister für Gesundheit und Zugang zu medizinischer Versorgung mit Ernsthaftigkeit und Verantwortung an.“
„Ich werde mich dafür einsetzen, Frankreich die Mittel an die Hand zu geben, um die vielen vor uns liegenden Herausforderungen zu bewältigen: die Bekämpfung der medizinischen Wüsten, die Bewältigung der Alterung der Bevölkerung, die Unterstützung unserer Gesundheitseinrichtungen und Fachkräfte, die Umsetzung einer ehrgeizigen Präventionspolitik und die Gewährleistung der Gesundheitssouveränität,“ fügte er hinzu.
Während Vautrin im französischen Ministeriums durch ihre Amtszeit vom 11. Januar 2024 bis zum 21. September wohlbekannt ist, kam die Ernennung Neuders eher unerwartet.
Der Kardiologe Neuder (Les Républicains), bislang Abgeordneter für Isère, war Generalberichterstatter für den Haushalt der Sozialversicherung in der Nationalversammlung. Zudem ist der 55-Jährige seit 2016 Regionalrat für seine Heimatregion Auvergne-Rhône-Alpes.
Mayotte als Priorität
Frankreichs innenpolitische Lage ist nach wie vor fragil und komplex. Beide Minister stehen vor zahlreichen dringenden Aufgaben, allen voran der Situation im Überseegebiet Mayotte.
„Ich werde in den kommenden Tagen nach Mayotte reisen, um die Bevölkerung zu treffen und mich mit Parlamentariern und gewählten Vertretern zu treffen, die sich gemeinsam mit den staatlichen Stellen für die Sicherheit der Mahorais einsetzen. Dies ist wirklich meine absolute Priorität, wenn ich heute mein Amt antrete“, sagte Neuder während der Amtsübergabe am Dienstag (24. Dezember).
Die französische Insel wurde am 14. Dezember vom Zyklon Chido heimgesucht und befindet sich weiterhin in einem katastrophalen Zustand. Laut offiziellen Angaben der französischen Regierung beläuft sich die vorläufige Zahl der Todesopfer auf 35, zudem gibt es 2.500 Verletzte.
Sobald die Nationalversammlung in den kommenden Wochen ihre Arbeit wieder aufnimmt, wird Neuder sich dringend mit dem Defizit der französischen Sozialversicherung befassen müssen, das für 2024 auf 18 Milliarden Euro geschätzt wird. Der Haushaltsentwurf war vom ehemaligen Premierminister Michel Barnier vorgelegt worden.
Zudem stehen die beiden Minister vor der Herausforderung, die Versorgungslücken im Gesundheitswesen zu schließen. Das französische Gesundheitssystem ist stark belastet, mit überfüllten Notfalldiensten und Medikamentenengpässen.
Siebter Minister in zweieinhalb Jahren
Mit dieser Ernennung wird Neuder der siebte Gesundheitsminister in der zweiten Amtszeit von Emmanuel Macron.
„Dieses Ministerium hat viele Veränderungen und Umwälzungen erlebt. Zweifellos zu viele“, kommentierte die scheidende Gesundheitsministerin Geneviève Darrieussecq. Sie hatte ihr Amt drei Monate und sieben Tage lang inne.
„Ich denke an alle Beteiligten im Gesundheitswesen, die Kontinuität und Stabilität brauchen. […] Ich verstehe, wie viel Energie es kostet, die Umbesetzungen zu bewältigen, mit dem umzugehen, was sie als Unsicherheit empfinden, ständig die Gesprächspartner zu wechseln und dennoch unermüdlich an ihren Überzeugungen festzuhalten.“
Diese Ernennung hat in der Tat Reaktionen bei verschiedenen Interessengruppen hervorgerufen.
„Unsere Institutionen brauchen dringend Haushaltssicherheit, um ihren öffentlichen Auftrag weiterhin erfüllen zu können, insbesondere im Hinblick auf die Haushaltskampagne 2025. Mit einer kumulierten Unterfinanzierung von 1,3 Milliarden Euro ist die Situation vor Ort besonders schwierig“, erklärte der französische Krankenhausverband (FHF).
[Bearbeitet von Martina Monti/Jeremias Lin]