Niederländische Einwanderungspolitik wirkt sich auf deutsche Städte aus
In den Niederlanden tätige Migrant:innen leben jenseits der Grenze in Deutschland, oft unter schlechten Bedingungen, berichteten die niederländische Zeitung NRC.
In den Niederlanden tätige Migrant:innen leben jenseits der Grenze in Deutschland, oft unter schlechten Bedingungen, berichteten die niederländische Zeitung NRC.
Aufgrund des Mangels an erschwinglichem Wohnraum in den Niederlanden kaufen Arbeitsvermittlungsagenturen in den Niederlanden entlang der Grenze Immobilien in Deutschland auf und vermieten sie an Arbeitsmigrant:innen. Die Häuser sind oftmals in erbärmlichen Zuständen.
„Arbeitsagenturen kaufen Häuser, oft von Privatpersonen, und bringen dann manchmal 11 bis 15 Migrant:innen dort unter. Sie zahlen hier etwa die gleiche Miete wie in den Niederlanden, während die Wohnkosten niedriger sind. Es zahlt sich also wirklich aus“, sagte Bürgermeister Peter Hinze aus Emmerich dem NRC.
Emmerich ist eine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern, von denen jeder Zehnte aus Rumänien oder Polen stammt. Hinze sagte, dass die Zahl der in der Stadt lebenden Arbeitsmigrant:innen in den letzten Jahren drastisch zugenommen habe und fast alle seine osteuropäischen Bürger:innen zum Arbeiten in die Niederlande reisen.
Hinze fügte hinzu, dass der Zustand dieser Häuser alarmierend sei. „Sie leben in Häusern, in denen man nicht sterben möchte“, teilte Hinze der NRC mit. „Die Arbeitsagenturen kaufen die billigsten Häuser, die oft Mängel aufweisen, und bringen sie kaum in Ordnung.“
Im Kreis Borken, einem Zusammenschluss von 17 deutschen Grenzgemeinden und 380.000 Bürger:innen, sieht auch Kreisvorstandsmitglied Elisabeth Schwenzow Probleme. „[Migrant:innen] können hier unter dem Radar bleiben. Die Kontrolle der niederländischen Behörden lässt sich einfach schwieriger durchführen, wenn die Menschen im Ausland leben. Arbeitsvermittler können dann leichter hohe Mieten verlangen und die Menschen auf diese Weise ausbeuten“, sagte sie gegenüber NRC.
„Die Niederlande verdienen das Geld, und wir haben die Probleme“, sagte Hinze.
Nach Ansicht der deutschen Kommunen kann das Problem nur gelöst werden, wenn die Niederlande eingreifen und dafür sorgen, dass die Migrant:innen direkt mit den Arbeitgebern und nicht mit den Agenturen zusammenarbeiten, sodass es sich für die Agenturen weniger lohnt, sie in billigen Wohnungen jenseits der Grenze unterzubringen.