Niederlande: Kabinett soll gegen Wiederzulassung von Glyphosat stimmen

Ein Antrag, der sich gegen eine mögliche Wiederzulassung von Glyphosat durch die EU-Kommission wendet, hat im niederländischen Parlament eine Mehrheit gefunden. Die Abgeordneten fordern Landwirtschaftsminister Piet Adema auf, beim EU-Agrarrat gegen die Maßnahme zu stimmen.

Euractiv.com
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Die sich abzeichnende Neuzulassung von Glyphosat – dem meistverwendeten Herbizid im Pflanzenschutz – wird seit langem von Gesundheits- und Umweltschützern abgelehnt, die auf seine potenzielle Karzinogenität und seine schädlichen Auswirkungen auf Wildpflanzen und Tiere hinweisen. [Shutterstock/FrankHH]

Ein Antrag, der sich gegen eine mögliche Wiederzulassung von Glyphosat durch die EU-Kommission wendet, hat im niederländischen Parlament eine Mehrheit gefunden. Die Abgeordneten fordern Landwirtschaftsminister Piet Adema auf, beim EU-Agrarrat gegen die Maßnahme zu stimmen.

Die Partei für die Tiere (PvdD/EU-Linke) und GroenLinks (GL/Grüne) hatten den entsprechenden Antrag eingereicht.

„Glyphosat ist eine Substanz, die schädlich für unsere Artenvielfalt und unser Trinkwasser ist. Es birgt hohe Risiken für neurologische Erkrankungen […], und die WHO sagt, dass es wahrscheinlich auch krebserregend ist“, erklärte die PvdD-Abgeordnete Leonie Vestering während einer Parlamentsdebatte und fügte hinzu, dass der Antrag „eine sehr gute Gelegenheit bietet, Glyphosat ein Ende zu setzen […].“

Die sich abzeichnende Neuzulassung von Glyphosat – dem meistverwendeten Herbizid im Pflanzenschutz – wird seit langem von Gesundheits- und Umweltschützern abgelehnt, welche auf ein potenzielles Krebsrisiko sowie schädliche Auswirkungen auf Wildpflanzen und Tiere hinweisen.

Im Juli erklärte die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in ihrem lang erwarteten Urteil, dass sie in Bezug auf Glyphosat „keine besorgniserregenden Werte von entscheidender Bedeutung“ gefunden habe.

Später deutete ein durchgesickerter Berichtsentwurf an, dass die EU-Kommission eine erneute Zulassung bereits im September in Erwägung zieht.

Der scheidende Landwirtschaftsminister Piet Adema (CU/EVP) erklärte, das Kabinett habe sich noch nicht darauf geeinigt, wie es in dieser Angelegenheit abstimmen wolle. Er lobte jedoch die EFSA und verwies auf die grundsätzliche Stichhaltigkeit ihrer Einschätzungen.

„EFSA und CTGB sind Institute, die wir sehr schätzen und die auf der Grundlage zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen Entscheidungen über die Zulassung von Stoffen treffen“, erklärte er und fügte hinzu, dass das Kabinett zuvor Landwirte dazu motiviert habe, zum Pflügen zurückzukehren, um den Einsatz von Glyphosat zu minimieren.

Aktivisten hatten zuvor kritisiert, dass sich die EFSA bei ihren Schlussfolgerungen häufig auf Forschungen stützt, die von der Industrie in Auftrag gegeben wurden.