Niederlande: Tierschutzpartei will mindestens 1 Million Rinder töten

Die niederländische Partei für die Tiere (PvdD/Grüne) fordert in ihrem Wahlprogramm eine Verringerung des Viehbestands um 75 Prozent. Dadurch soll es möglich sein, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. 

Euractiv.com
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„Die Viehwirtschaft ist einer der größten Emittenten von Treibhausgasen und die Ursache für die Naturkrise. Sie führt zur Verschmutzung unseres Grundwassers, [...], zu gesundheitlichen Schäden für die Anwohner, zum Verlust von fruchtbaren Böden, zur Abholzung von Wäldern und zu einem größeren Risiko einer weiteren Pandemie“, heißt es im Parteiprogramm. [Shutterstock/Gatien GREGORI]

Die niederländische Partei für die Tiere (PvdD/Grüne) fordert in ihrem Wahlprogramm eine Verringerung des Viehbestands um 75 Prozent. Derzeit grasen in den Niederlanden allein an die 1,5 Millionen Milchkühe.

Die Partei präsentierte am Dienstag ihr ehrgeiziges Wahlprogramm mit dem Vorschlag, den Viehbestand aus ökologischen Gründen zu reduzieren.

„Die Viehwirtschaft ist einer der größten Emittenten von Treibhausgasen und die Ursache für die Naturkrise. Sie führt zur Verschmutzung unseres Grundwassers, […], zu gesundheitlichen Schäden für die Anwohner, zum Verlust von fruchtbaren Böden, zur Abholzung von Wäldern und zu einem größeren Risiko einer weiteren Pandemie“, heißt es im Parteiprogramm zurecht.

In den Niederlanden, die nicht dafür bekannt sind, große Flächen zur Verfügung zu haben, tummeln sich 1,5 Millionen Milchkühe. Auch die Marke von 1 Million Kälbern wurde zuletzt erstmals überschritten.

„Mit einer Reduzierung der Zahl der Tiere in der Viehwirtschaft um mindestens 75 Prozent gehen wir alle diese Probleme gleichzeitig an“, heißt es im Parteiprogramm weiter.

Da die Niederlande aufgrund von EU-Vorschriften verpflichtet sind, ihre Stickstoffemissionen zu senken, haben mehrere Regierungen in Folge gefordert, dass der Agrarsektor seinen Viehbestand reduziert, um die EU-Grenzwerte für die Stickstoffbelastung einzuhalten – sehr zum Unmut der Landwirte selbst.

Im Mai führte ein vorgeschlagener Grenzwert von 2,5 bis 3 Kühen pro Hektar zu Schwierigkeiten bei den Verhandlungen.

Es sollte ein Agrarabkommen zwischen dem niederländischen Kabinett und Vertretern der Landwirte abgeschlossen werden, um sich auf einen gemeinsamen Fahrplan für die Zukunft des Sektors zu einigen. Die Verhandlungen scheiterten schließlich Ende Juni.  

Damals gingen die Verhandlungsführer davon aus, dass eine Verringerung des Viehbestands um 25 bis 30 Prozent notwendig wäre, um eine Einigung zu erzielen – eine weitaus geringere Zahl als die, welche die PvdD in ihrem Programm fordert.

Neben der radikalen Forderung nach einer Verringerung des Viehbestands forderte die Partei auch die Schaffung eines Ministeriums für Klima und biologische Vielfalt und den Entzug von Lizenzen für große umweltverschmutzende Unternehmen – ein Bereich, in dem niederländische Führungskräfte ebenfalls eine schlechte Erfolgsbilanz aufweisen.