Norwegen könnte 60.000 ukrainische Flüchtlinge aufnehmen
Norwegen könnte im Laufe des Jahres 60.000 ukrainische Flüchtlinge aufnehmen, sagte die Einwanderungsbehörde des Landes (UDI) bei der Vorstellung von Szenarien für die Ankunft ukrainischer Flüchtlinge am Mittwoch.
Norwegen könnte im Laufe des Jahres 60.000 ukrainische Flüchtlinge aufnehmen, sagte die Einwanderungsbehörde des Landes (UDI) bei der Vorstellung von Szenarien für die Ankunft ukrainischer Flüchtlinge am Mittwoch.
„Wir müssen damit rechnen, dass der Flüchtlingsstrom lange anhalten kann, und die Regierung hat daher die Polizei gebeten, ein neues Registrierungszentrum in Gardermoen einzurichten“, sagte die Ministerin für Justiz und Notfallmanagement Emilie Enger Mehl in einer Pressemitteilung.
Die UDI hat in ihrem letzten Bericht ein niedriges, ein mittleres und ein hohes Belastungs-Szenario vorgestellt. Die UDI empfiehlt den Behörden nun, mit 60.000 Personen zu rechnen, was der Schätzung des mittleren Szenarios entspricht.
„Welches der Szenarien am realistischsten ist, lässt sich nur schwer abschätzen. Für Planungszwecke würden wir jedoch empfehlen, das mittlere Szenario mit 60.000 Personen als vorläufige Schätzung zu verwenden“, heißt es in dem UDI-Bericht.
In diesem Szenario werden die Feindseligkeiten den ganzen Sommer über andauern, so dass im Jahr 2022 etwa sieben Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine fliehen werden. Mittel- bis langfristig werden die an die Ukraine angrenzenden Länder Schwierigkeiten haben, die Flüchtlingsströme zu bewältigen.
Viele Flüchtlinge könnten die Hoffnung auf eine Rückkehr in ihre Heimat im Jahr 2022 aufgeben und in Nachbarländern und anderen europäischen Staaten Zuflucht suchen. Norwegen gilt als ein Land mit guten Sozialsystemen und einem vernünftigen Arbeitsmarkt, was bedeutet, dass das Land möglicherweise eine höhere Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen muss als erwartet.
In diesem Szenario würde Norwegen, ein Land mit fünf Millionen Einwohnern, 60.000 Flüchtlinge aufnehmen, was zwischen 0,7 und 1 Prozent der aus der Ukraine geflüchteten Menschen entspricht.
Die UDI geht in ihren Prognosen von einem Siedlungsbedarf von 35.000 Flüchtlingen im Jahr 2022 aus.