Obama spricht mit Merkel über weitere Russland-Sanktionen

In der Ukraine-Krise hat US-Präsident Barack Obama den Westen zu einer geschlossenen Haltung gegenüber Russland aufgerufen.

Euractiv.de
Angesichts der Unruhen in der Ostukraine hat sich US-Präsident Barack Obama telefonisch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Lage in der Ukraine ausgetauscht. Foto: dpa
Barack Obamas letztes Telefongespräch mit einem ausländischen Regierungschef galt Angela Merkel. [Foto: dpa (Archiv)]

In der Ukraine-Krise hat US-Präsident Barack Obama den Westen zu einer geschlossenen Haltung gegenüber Russland aufgerufen.

In einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Barack Obama am Donnerstag über mögliche weitere Sanktionen gesprochen, teilte das US-Präsidialamt mit. Die USA, die EU und die anderen internationalen Partner müssten dazu bereit sein, wenn die Regierung in Moskau für eine weitere Eskalation sorge. Der Präsident und die Kanzlerin hätten bekräftigt, dass Russland seine Truppen von der Grenze zur Ukraine zurückziehen müsse.

Nach Auskunft eines deutschen Regierungssprechers verständigten sich beide Politiker über die Themen, die auf dem für kommenden Donnerstag geplanten Krisentreffen in Genf beraten werden sollen. Daran nimmt neben den Außenministern der USA, der Ukraine und Russlands auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teil. Zuvor sollen am Montag in Luxemburg Vertreter der EU die Lage diskutieren, die sich in der Ost-Ukraine zuletzt deutlich verschärft hatte. Obama warf der Regierung in Moskau vor, die pro-russischen Separatisten im Nachbarland zu lenken und zu unterstützen.

Die Ukraine-Krise ist auch Thema der Finanzminister-Treffen der sieben großen Industrienationen (G7) und der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) sowie der Frühjahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Formelle Beschlüsse werden dort allerdings nicht erwartet. Im Zentrum steht die Frage, wie sich der Konflikt auf die weltweite Konjunkturentwicklung auswirken wird. Der Westen droht Russland mit Wirtschaftssanktionen.

Diese würden nach Worten des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer politisch nicht viel bewirken, fügte Kramer hinzu. „Ich denke auch nicht, dass es zu einer weiteren Eskalation oder einer neuen Eiszeit kommen wird, dafür sind die wechselseitigen Abhängigkeiten zu groß“, sagte er der Zeitung „Welt“.