Oettinger will Genehmigungsverfahren für Stromnetze straffen

Die EU-Kommission will einem Zeitungsbericht zufolge die Genehmigungsverfahren bei wichtigen Energieprojekten deutlich straffen. Die Genehmigung soll maximal fünf Jahre dauern.

Freileitungsmasten in der Nähe eines Umspannwerkes bei Schwerin. Der Netzausbau kommt auch in Deutschland nur schleppend voran. Foto: dpa.
Freileitungsmasten in der Nähe eines Umspannwerkes bei Schwerin. Der Netzausbau kommt auch in Deutschland nur schleppend voran. Foto: dpa.

Die EU-Kommission will einem Zeitungsbericht zufolge die Genehmigungsverfahren bei wichtigen Energieprojekten deutlich straffen. Die Genehmigung soll maximal fünf Jahre dauern.

Vor allem der Bau dringend notwendiger neuer Stromleitungen komme wegen der "Langwierigkeit und Ungewissheit" der Prozeduren nicht voran, heißt es im Entwurf für eine neue Energiestrategie, die der "Frankfurter Rundschau" vorliegt. Energiekommissar Günther Oettinger erwäge deshalb, die EU-Staaten zur Schaffung einer "nationalen Kontaktbehörde" zu verpflichten. Diese Stelle solle Investoren sowie die zuständigen lokalen oder regionalen Ämter zusammenbringen.

Gedacht werde auch an eine Frist von maximal fünf Jahren, innerhalb der eine Projektgenehmigung erteilt werden solle, die dann auch nicht mehr angefochten werden dürfe, berichtete die Zeitung. Die Kontaktbehörde solle von Beginn des Vorhabens an für eine transparente und offene Debatte sorgen. Gegebenenfalls sollten auch Mindestanforderungen berücksichtigt werden, was Entschädigungen für betroffene Bürger betreffe. Erwogen werde schließlich, ob "in Fällen von anhaltender Verzögerung" bestimmten Behörden besondere Befugnisse zur Beschleunigung von Verfahren verliehen werden könnten.

Das Gros dieser Überlegungen dürfte sich in den kommenden Monaten in konkreten Gesetzesvorschlägen der Kommission wiederfinden. Das letzte Wort haben dann das Europa-Parlament und die Mitgliedstaaten.

Die Kommission will im November das "European Energy Infrastructure Package" (EPI) vorstellen. In einer Roadmap weist die Behörde auf die schlecht ausgebauten Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen in den europäischen Energienetzen hin.

EURACTIV/rtr

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