Ostsee-Spannungen: Dänemark und Finnland schließen Verteidigungsabkommen

In nordischer Solidarität haben Dänemark und Finnland am Dienstag in Helsinki einen Verteidigungspakt unterzeichnet. Das Abkommen soll die Zusammenarbeit in der Ostsee, bei NATO-Ausbildungsmissionen und beim Einsatz von F-35-Kampfflugzeugen stärken.

EURACTIV.com
Danish-Finnish delegations sign agreements during royal state visit to Finland
Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und sein finnischer Amtskollege Antti Häkkänen unterzeichneten das Verteidigungsabkommen vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine, der nun in sein viertes Jahr geht. [EPA-EFE/RONI REKOMAA]

In nordischer Solidarität haben Dänemark und Finnland am Dienstag in Helsinki einen Verteidigungspakt unterzeichnet. Das Abkommen soll die Zusammenarbeit in der Ostsee, bei NATO-Ausbildungsmissionen und beim Einsatz von F-35-Kampfflugzeugen stärken.

Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und sein finnischer Amtskollege Antti Häkkänen unterzeichneten das Verteidigungsabkommen vor dem Hintergrund des russischen Krieges in der Ukraine.

„Wir leben in unsicheren Zeiten, mit einem Krieg auf europäischem Boden – nordische Einheit ist entscheidend“, sagte Poulsen. Er sieht das Abkommen als Bollwerk in einer aufgewühlen Region.

Der Pakt verpflichtet beide Nationen zu gemeinsamen F-35-Trainings in rauem nordischen Klima, zum Personalaustausch und zur Idee, gemeinsame Großeinkäufe – wie zum Beispiel Luftbetankungsflugzeuge – zu tätigen.

Dänemark baut damit auf einem trilateralen Abkommen auf, das 2021 mit Norwegen und Schweden geschlossen wurde. Letzte Woche wurde das norwegisch-finnische Unternehmen Nammo beauftragt, bis 2027 eine Munitionsfabrik in Dänemark wiederzueröffnen.

„Die Finnen könnten Aufgaben für uns übernehmen, und wir werden uns revanchieren“, sagte Poulsen, der auf Effizienz in einer finanziell angespannten NATO-Flanke setzt. Er drängt auf einen nordischen Konsens über gemeinsame Militärbeschaffungen, um die Schlagkraft der Region zu stärken.

In den letzten Monaten haben die Spannungen in der Ostsee zugenommen, etwa durch Störungen der Infrastruktur und Befürchtungen einer hybriden Kriegsführung durch Russland.

Erst am vergangenen Wochenende wurde die Wasserversorgung Gotlands mutmaßlich versucht zu sabotieren. Eine Notsituation für die 61.000 Einwohner der Ostseeinsel konnte knapp abgewendet werden.

Das Abkommen zwischen Helsinki und Kopenhagen signalisiert eine Wende in Richtung europäischer Unabhängigkeit, geprägt von Zweifeln an den Sicherheitsverpflichtungen der neuen Trump-Administration.

[MM]