Pläne für EU-Ratingagentur vor dem Scheitern
Der Aufbau einer europäischen Ratingagentur als Gegengewicht zu den US-Konkurrenten droht zu scheitern. Offenbar glaubt die Beraterfirma Roland Berger nicht mehr daran, dass das Startkapital zusammenkommt.
Der Aufbau einer europäischen Ratingagentur als Gegengewicht zu den US-Konkurrenten droht zu scheitern. Offenbar glaubt die Beraterfirma Roland Berger nicht mehr daran, dass das Startkapital zusammenkommt.
Die "Financial Times Deutschland" berichtet, die Beraterfirma Roland Berger gehe nicht mehr davon aus, 300 Millionen Euro Startkapital für den Aufbau einer europäischen Agentur zusammen zu bekommen. Vor allem hatte das Unternehmen auf die Unterstützung deutscher und französischer Großbanken gehofft. Hier stieß man jedoch offenbar auf wenig Interesse.
Die Zeitung berichtet weiter, dass Roland Berger das Projekt jedoch noch nicht komplett beerdigen will. Eine kleine Gruppe Frankfurter Finanziers soll nun zumindest so viel Geld bereitstellen, dass an der Grundidee weitergearbeitet werden kann.
Derzeit teilen die Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch Ratings den Bewertungs-Markt fast ganz unter sich auf. Die europäische Schuldenkrise brachte das Thema Ratings erneut auf die Tagesordnung. Viele Euro-Mitgliedsstaaten nehmen den "drei Großen" übel, dass sie mitten in der Krise trotz eilig aufgelegter Sparprogramme die Kreditwürdigkeit Griechenlands und Spaniens herabstuften und damit noch Öl ins Feuer gossen. Außerdem wird den Agenturen vorgeworfen, die Risiken hochkomplexer Finanzprodukte unterschätzt zu haben, an deren Entwicklung sie teilweise selbst beteiligt waren.
dto
Links
Presse
FTD: EU-Ratingagentur vor dem Aus (15. April 2012)
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Ratingagenturen – Mehr Wettbewerb und höhere Unabhängigkeit? (15. Februar 2012)
Bosbach: "Viele gute Gründe für europäische Ratingagentur" (18. Januar 2012)