Polens Regierungschef bestätigt Sabotage bei Explosion auf Ukraine-Transportkorridor

Der polnische Vizeaußenminister Marcin Bosacki betonte am Sonntag, dass die betroffene Linie Teil einer „sehr wichtigen Route zur Versorgung der Ukraine“ sei.

EURACTIV.com
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Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat am Montag bestätigt, dass die Explosion, die am Sonntag eine wichtige Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin beschädigte, das Ergebnis eines gezielten Sabotageakts war. Er sprach von einem „Worst-Case-Szenario“.

Ein Sprengsatz wurde benutzt, um einen Teil der Gleise nahe dem Dorf Mika zu zerstören; später wurden weitere Schäden in der Nähe der ostpolnischen Stadt Lublin festgestellt. Verletzte gab es nicht, der Zugverkehr läuft auf einer parallelen Strecke weiter.

„Leider haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Auf der Strecke Warschau–Lublin (im Dorf Mika) ist ein Sabotageakt verübt worden“, schrieb Tusk in sozialen Medien.

Tusks Erklärung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Sorge über eine Serie von Sabotageversuchen in Polen in den vergangenen Jahren – viele davon werden Akteuren zugeschrieben, die im Auftrag Russlands handeln. 2023 wurden 16 Personen, die für Russland tätig waren, zu Haftstrafen verurteilt, nachdem sie unter anderem geplant hatten, Hilfsgüterzüge in Richtung Ukraine in die Luft zu sprengen.

Der polnische Vizeaußenminister Marcin Bosacki betonte am Sonntag, dass die betroffene Linie Teil einer „sehr wichtigen Route zur Versorgung der Ukraine“ sei. Die Ermittlungen führen der Inlandsgeheimdienst ABW, die Rettungsdienste sowie die Staatsanwaltschaft.

Während einige Verantwortliche sofort auf Russland verwiesen, mahnte Innenvize­minister Maciej Duszczyk zur Vorsicht. Es sei falsch anzunehmen, „dass jede Brandstiftung, jede Situation dieser Art von Russland provoziert wird“, auch wenn eine Beteiligung „nicht ausgeschlossen werden“ könne.

Der ehemalige Innenminister und heutige Europaabgeordnete der gemäßigt konservativen Bürgerkoalition, Bartłomiej Sienkiewicz, äußerte sich deutlicher. Er sprach von einer „neuen Form hybrider Kriegsführung“ und warnte, „dass kein Monat vergeht“, ohne dass es in der EU zu Aggressionen komme, die Spuren nach Moskau aufweisen.

(jl)