Polnischer Präsidentschaftsfavorit wirbt auf europäischer Bühne

Im Mai wählt Polen einen neuen Präsidenten. Rafał Trzaskowski - Warschauer Bürgermeister und Kandidat von Ministerpräsident Tusks "Bürgerplattform" reist derzeit durch Europa, um seine internationalen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. 

EURACTIV.pl
Civic Coalition Presents Program Ahead Of 2025 Presidential Election
Derzeit führt Trzaskowski die Umfragen zur Präsidentschaftswahl an. [Omar Marques/Getty Images]

Im Mai wählt Polen einen neuen Präsidenten. Rafał Trzaskowski – Warschauer Bürgermeister und Kandidat von Ministerpräsident Tusks „Bürgerplattform“ reist derzeit durch Europa, um seine internationalen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. 

Warschau – Nach einem Besuch in Deutschland, bei dem Trzaskowski an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnahm und sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte traf, geht es für den Präsidentschaftskandidaten weiter nach Finnland. Dort wird er mit dem finnischen Staatspräsidenten Alexander Stubb zusammentreffen. In Brüssel stehen Gespräche mit EU-Kommissaren auf dem Programm.

Alle Treffen sollen den Wahlkampf des Warschauer Bürgermeisters unterstützen. Die Strategen seiner Bürgerplattform Partei (PO/EVP) „hoffen, dass sie durch weitere Besuche und Gespräche Trzaskowskis Image als Politiker stärken können, der bereits bereit ist, das Amt des polnischen Präsidenten zu übernehmen und wichtige internationale Fragen aus der Perspektive der polnischen Interessen zu behandeln“, berichtet die Zeitung Rzeczpospolita.

In Finnland soll Trzaskowski auch das Zivilschutzsystem kennenlernen, das als eines der besten in Europa gilt.

In seiner Wahlkampfrede am 13. Februar kündigte er einen „Sicherheitspakt“ an. Der soll „eine Vereinbarung zwischen allen politischen Kräften über die wichtigsten Themen“ sein und müsse sofort verabschiedet werden. Sollte er zum Präsidenten gewählt werden, will er alle 60 Tage den Nationalen Sicherheitsrat einberufen.

Wahlkampf im Ausland, statt Zuhause 

Im Gegensatz zu Trzaskowski konzentrierten sich die übrigen Präsidentschaftskandidaten in ihren Wahlkampagnen hauptsächlich auf Besuche in polnischen Städten und Gemeinden und weniger auf internationale Aktivitäten.

Karol Nawrocki, Kandidatin der ‚Recht und Gerechtigkeit‘ Partei (PiS/EKR), stimmte kürzlich mit der US-Regierung überein: kein baldiger NATO-Beitritt der Ukraine.

YouTube-Journalist Krzysztof Stanowski hatte im vergangenen Monat seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben. Sein Ziel sei jedoch nicht Präsident zu werden, sondern er nur kandidiere nur, um den Wahlkampf „von innen“ zu zeigen. Zu seinem Wahlkampfkongress in Łódź am Wochenende waren nur wenige Menschen gekommen.

Derzeit führt Trzaskowski die Umfragen zur Präsidentschaftswahl an. Jeder dritte Pole will für den Kandidaten der regierenden Partei stimmen, laut einer jüngsten Opinia24-Umfrage.

Auf dem zweiten Platz mit 24 Prozent liegt Nawrocki, gefolgt von Sławomir Mentzen der rechtspopulistischen ‚Konföderation der Freiheit und Unabhängigkeit‘ (PfE/ESN) mit 15 Prozent.