Rechtsextremer schwedischer Politiker wollte Polen-Überfall 10 Tage vor der Wahl zelebrieren

Zehn Tage vor den Parlamentswahlen hat ein rechtsextremer Beamter der rechtsextremen Schwedendemokraten (SD) seine Kolleg:innen eingeladen, den Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf Polen im Jahr 1939 zu feiern.

EURACTIV.com
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Um den 1. September 1939 zu feiern, schickte der bisher nicht namentlich benannte SD-Politiker eine "Einladung an alle, dieses Fest mit gebührender Hingabe und einer Vielzahl von Kardamom zu feiern" an die Kollegen im Parlamentsbüro, berichtete Aftonbladet. [Shutterstock/Everett Collection]

Zehn Tage vor den Parlamentswahlen hat ein Politiker der rechtsextremen Schwedendemokraten (SD) seine Kolleg:innen eingeladen, den Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf Polen im Jahr 1939 zu feiern.

Dies geht aus einer internen E-Mail an das Parlamentsbüro des Beamten hervor.

Um den 1. September 1939 zu feiern, schickte der bisher nicht namentlich benannte SD-Politiker eine „Einladung an alle, dieses Fest mit gebührender Hingabe und einer Vielzahl von Kardamom zu feiern“ an die Kollegen im Parlamentsbüro, berichtete Aftonbladet.

Die E-Mail wurde am Donnerstagnachmittag von einem Mitarbeiter an etwa 30 Kolleg:innen im Parlamentsbüro der Schwedendemokraten verschickt.

Sammy Almedal, Leiter des Parlamentsbüros der Partei, bestätigte die Authentizität der E-Mail und teilte dem Mitarbeiter mit, dass sie völlig unangemessen sei.

Die Pressestelle der Schwedendemokraten erklärte, dass der Mitarbeiter eine schriftliche Verwarnung erhalten habe und fügte hinzu, dass er zuvor auf „seltsame Weise“ zu Kaffeekränzchen eingeladen habe, allerdings um andere Ereignisse wie das Ende der Corona-Pandemie zu feiern.

Mehrere prominente schwedische Politiker:innen verurteilten den Vorfall, darunter die Vorsitzende der Zentrumspartei, Annie Lööf.

„SD setzt die Nazi-Verbindungen bis in die Parlamentskanzlei fort. Geschmacklos, beschämend und beleidigend. Es fällt mir schwer zu verstehen, warum die Liberalen (L), die Moderaten (M) und die Christdemokraten (KD) diese Beamten nach der Wahl in der Regierungskanzlei haben wollen“, schrieb sie auf Twitter.

Die Enthüllung von Aftonbladet fällt mit einem deutlichen Aufwärtstrend der Schwedendemokraten in den Umfragen zusammen.

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Kantar Sifo bleiben die rechtsextremen Schwedendemokraten (SD) mit 20,4 Prozent die zweitstärkste Partei, knapp vor den Mitte-Rechts-Moderaten (17 Prozent) und hinter der regierenden sozialdemokratischen Partei (29,8 Prozent).

Am Donnerstagmorgen bekräftigte der SD-Vorsitzende Jimmie Åkesson seinen Wunsch, nach den Wahlen in eine mögliche Rechtsregierung einzutreten.

„Unsere Wähler erwarten von uns, dass wir den größtmöglichen Einfluss haben“, sagte er am Donnerstag im Nyhetsmorgon von TV4. „Es ist also klar, dass wir in der Regierung sein wollen“, fügte er hinzu.