Russische Sabotage in Tschechien: „Trotz der beträchtlichen Ressourcen nur geringfügige Sicherheitsvorfälle“

Russland hat seine verdeckten Operationen in Tschechien laut dem Jahresbericht des tschechischen Inlandsgeheimdienstes (BIS) intensiviert. Diese Bemühungen hätten jedoch lediglich zu „kleineren Sicherheitsvorfällen” geführt.

EURACTIV.cz
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Der am Donnerstag veröffentlichte Bericht besagt, dass der russische Geheimdienst vor Ort aufgrund eines Mangels an erfahrenen Agenten Schwierigkeiten habe, effektiv zu arbeiten. [Petr zewlakk Vrabec/Anadolu Agency via Getty Images]

Russland hat seine verdeckten Operationen in Tschechien laut dem Jahresbericht des tschechischen Inlandsgeheimdienstes (BIS) intensiviert. Diese Bemühungen hätten jedoch lediglich zu „kleineren Sicherheitsvorfällen” geführt.

Prag – Der am Donnerstag veröffentlichte Bericht besagt, dass der russische Geheimdienst vor Ort aufgrund eines Mangels an erfahrenen Agenten Schwierigkeiten habe, effektiv zu arbeiten. Stattdessen greift er demnach auf die Auslagerung von Sabotagemissionen über anonyme Anzeigen auf Telegram zurück, in denen Bargeld für die Durchführung von Störmanövern angeboten wird.

Diese sogenannten „Telegram-Agenten“ seien damit beauftragt worden, militärische Einrichtungen zu fotografieren, verdächtige Pakete zu verschicken und sogar Brandstiftung zu begehen, heißt es in dem Bericht. So zündete etwa ein kolumbianischer Staatsbürger einen Bus in Prag an, nachdem er auf ein entsprechendes Online-Angebot reagiert hatte. In einem anderen Fall wurden selbstentzündliche Pakete verschickt.

Die tschechische Spionageabwehr gibt jedoch an, dass die Auswirkungen begrenzt waren. „Trotz der beträchtlichen Ressourcen und Bemühungen … hat diese Aktivität nur zu geringfügigen Sicherheitsvorfällen geführt“, heißt es.

Laut der Behörde nehmen die Rekrutierer oft schutzbedürftige Migranten aus Nicht-EU-Staaten oder aus Ländern mit russischem Einfluss ins Visier. Viele von ihnen wissen möglicherweise gar nicht, dass sie für Moskau arbeiten. Das Ziel sei nicht unbedingt körperlicher Schaden, sondern die Verbreitung von Angst, die Untergrabung des Vertrauens der Öffentlichkeit und die Schwächung der Unterstützung für die Ukraine.

Der Geheimdienst brachte zudem eine Welle von Bombendrohungen gegen tschechische Schulen im September mit russischsprachigen Netzwerken in Verbindung.

In einem anderen Fall berichtete die investigative Nachrichtenagentur Odkryto.cz über einen angeblichen russischen Plan, eine tschechische Munitionsinitiative anzugreifen, die die Ukraine beliefert. An der Operation soll ein 52-jähriger Mann postsowjetischer Herkunft mit Wohnsitz in Prag beteiligt gewesen sein. Der Militärgeheimdienst identifizierte die Bedrohung nach einer Warnung eines ausländischen Partners, bestätigte jedoch später, dass keine Festnahmen erfolgt seien und keine konkrete Gefahr bestehe.