RWE beendet Gespräche mit Gazprom
RWE-Chef Jürgen Großmann hat es nicht geschafft, sich mit dem russischen Gasriesen Gazprom einen finanzstarken Partner für anstehende Investitionen ins Boot zu holen. Man sei sich nicht über den Rahmen der Zusammenarbeit einig geworden.
RWE-Chef Jürgen Großmann hat es nicht geschafft, sich mit dem russischen Gasriesen Gazprom einen finanzstarken Partner für anstehende Investitionen ins Boot zu holen. Man sei sich nicht über den Rahmen der Zusammenarbeit einig geworden.
Nach monatelangen Verhandlungen erklärten beide Unternehmen die Gespräche über eine Kooperation beim Bau neuer Kraftwerke am Donnerstag für beendet. In einer Pressemitteilung von RWE heißt es: "In gegenseitigem Einvernehmen haben RWE und Gazprom heute beschlossen, die exklusiven Gespräche über ein mögliches Joint Venture zum gemeinsamen Bau und Betrieb von Kraftwerken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden zum Jahresende auslaufen zu lassen."
Der scheidende RWE-Chef Jürgen Großmann wollte den unter Druck geratenen Energiekonzern durch eine Partnerschaft mit Gazprom wieder auf einen stabilen Kurs bringen. Denn nach dem Atomausstieg muss RWE in den Bau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken investieren – zwölf Milliarden Euro sind für die Anlagen mit einer Leistung von mehr als 12.000 Megawatt vorgesehen. Bis Ende 2014 sollen sie ans Netz gehen.
Mit Gazprom verhandelte Großmann darüber, wie bestehende oder neu zu errichtende Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Benelux-Ländern in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht und so die Kosten geteilt werden könnten. "Wir haben sehr konstruktive Gespräche geführt. Bedauerlicherweise konnten wir uns dennoch nicht auf einen für beide Seiten tragfähigen Rahmen für eine Zusammenarbeit einigen", erklärte Großmann nun. Die beiden Konzerne hatten im Juli exklusive Gespräche vereinbart. Die zunächst auf drei Monate angesetzten Verhandlungen wurden im Oktober bis zum Jahresende verlängert.
Mit dem Atomausstieg gehen RWE die bisherigen Gewinnbringer verloren. Der Versorger stellt sich auf sinkende Gewinne ein, der Aktienkurs schmilzt dahin und es drohen weitere Herabstufungen durch Ratingagenturen. Unter dem Druck der Schulden in Höhe von rund 30 Milliarden Euro treibt Großmann den Verkauf von Unternehmensteilen im Volumen von bis zu elf Milliarden Euro voran.
EURACTIV/rtr/dto
Links
Dokumente
RWE: RWE beendet Gespräche mit Gazprom (22. Dezember 2011)