Sabotageakt an Unterseekabeln: Finnland und Schweden planen gemeinsame Untersuchung
Finnland und Schweden beabsichtigen, ein gemeinsames Team zur Untersuchung der Schäden an den Unterseekabeln zu bilden, teilte das finnische Nationale Ermittlungsbüro (KRP) mit. Es gibt Hinweise darauf, dass es sich um Sabotage handeln könnte.
Finnland und Schweden beabsichtigen, ein gemeinsames Team zur Untersuchung der Schäden an den Unterseekabeln zu bilden, teilte das finnische Nationale Ermittlungsbüro (KRP) mit. Es gibt Hinweise darauf, dass es sich um Sabotage handeln könnte.
Zwei Unterseekabel – eines zwischen Finnland und Deutschland und eines zwischen Schweden und Litauen – wurden Anfang dieser Woche in der exklusiven Wirtschaftszone Schwedens in der Ostsee beschädigt. Um die Angelegenheit zu untersuchen, gab Timo Kilpeläinen, stellvertretender Leiter des KRP, bekannt, dass am Dienstag (19. November) die schwedische Polizei kontaktiert wurde.
„Es wäre wichtig, den Ort besuchen zu können, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden können“, sagte Kilpeläinen.
In Berlin ist man hingegen schon Rückschlüsse gezogen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erklärte am Montag (18. November), dass die Schäden an den Kommunikationskabeln das Ergebnis von Sabotage sein müssen.
„Niemand glaubt, dass diese Kabel aus Versehen durchtrennt worden sind. […] Und wir müssen auch davon ausgehen, ohne es schon zu wissen, versteht sich, dass es sich um Sabotage handelt“, sagte Pistorius am Rande des EU-Außenministertreffens in Brüssel.
Der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo (Kok/EVP) äußerte sich vorsichtiger zu den Schäden am Kommunikationskabel zwischen Finnland und Deutschland. „Es ist noch nicht möglich zu sagen, ob es sich um Sabotage handelt. Deshalb möchte ich keine voreiligen Schlüsse ziehen“, sagte Orpo am Dienstag gegenüber den Medien.
Eine genauere Bewertung, ob die Schäden an den Kabeln durch Sabotage oder andere Ursachen entstanden sind, werde nach der Untersuchung durch die Behörden erfolgen, sagte er. „Danach werden wir im nächsten Schritt herausfinden, wer dafür verantwortlich ist“, fügte er hinzu.
Orpo stand in Kontakt mit Bundeskanzler Olaf Scholz, dem schwedischen Ministerpräsident Ulf Kristersson und dem estnischen Premierminister Kristen Michal.
„Die Staaten der Ostseeregion bereiten sich schon seit Langem darauf vor, wie wir unsere kritische Infrastruktur schützen können“, ergänzte er.
Schiffe der schwedischen Verteidigungskräfte sind bereits auf dem Weg in die Gebiete der Ostsee, in denen die beiden Unterseekabel beschädigt wurden. Laut dem schwedischen Sender SVT Nyheter wird die Marine den Meeresboden absuchen, nachdem die schwedische Polizei um Unterstützung gebeten hatte.
Ein chinesisches Schiff
Nach den Schäden an den Unterseekabeln folgte die dänische Marine einem chinesischen Schiff, als es die Ostsee verließ.
Das chinesische Schiff ist für Behörden mehrerer Länder, die an dem Fall arbeiten, von Interesse, da es sich auf dem Weg von einem russischen Ölhafen befand, als es die betreffenden Glasfaserkabel passierte, wie von SVT berichtet.
Dabei kam es den Orten der beiden Kabelbrüche nahe, als die Internetverbindungen unterbrochen wurden, so SVT und der finnische Sender Yle, die öffentlich zugängliche Daten untersucht haben.
Die finnischen Behörden mahnen jedoch zur Vorsicht bei der Analyse, da die Untersuchung noch in einem frühen Stadium ist.
„Die Stelle, an der das Seekabel zwischen Helsinki und Deutschland beschädigt ist, ist zu jeder Tageszeit stark befahren“, sagte Joona Castrén, Leiter des Kommandozentrums der Küstenwache im Finnischen Meerbusen, gegenüber der Presse.
„In diesem Gebiet verkehren viele Fracht- und Passagierschiffe“, fügte Castrén hinzu.
Im Oktober letzten Jahres wurde eine Gaspipeline zwischen Finnland und Estland beschädigt, als ein chinesisches Containerschiff die Pipeline mit einem Anker traf. An der Schadensstelle wurden ein Anker und Schleifspuren gefunden.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]