Sarkozy will französisch-deutsche Achse ausweiten

In einer erweiterten EU müssten Frankreich und Deutschland näher mit Großbritannien, Italien, Spanien und Polen zusammenarbeiten. Dies erklärte der französische Finanzminister gegenüber Les Echos und der FT.

In einer erweiterten EU müssten Frankreich und Deutschland näher mit Großbritannien, Italien, Spanien und Polen zusammenarbeiten. Dies erklärte der französische Finanzminister gegenüber Les Echos und der FT.

Die französisch-deutsche Achse spiele eine wichtige Rolle in Europa, sie dürfe andere große Länder jedoch nicht ausschließen. Dies erklärte Finanzminister Nicolas Sarkozy gegenüber Les Echos und der Financial Times.

„Es macht Sinn, dass die beiden größten Länder [der EU] einen privilegierten Dialog führen,“ äußerte sich Sarkozy. Weiter hieß es jedoch, dass „es heute sechs große Länder in Europa gibt – Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und Polen -, die 40 bis 80 Millionen Einwohner haben und mit den gleichen Problemen werden umgehen müssen. Diese Staaten sollten künftig in beträchtlichem Ausmaß zusammenarbeiten, ohne einander auszuschließen“.

Diese Äußerungen Sarkozys werden wohl kaum dazu beitragen, die Spannungen zwischen ihm und dem französichen Präsidenten Jacques Chirac, der ein überzeugter Verfechter des so genannten französisch-deutschen ‚Motors‘ ist, abzubauen. Auch der deutsche Kanzler Schröder dürfte über die Äußerungen nicht sonderlich erfreut sein. Er hatte die Positionen des Franzosen vor kurzem als „extrem nationalistisch“ bezeichnet.

Sarkozy hatte den Kauf des maroden französischen Industriekonzerns Alstom durch den deutschen Siemens-Konzern kürzlich blockiert. Davor hatte sich Schröder kritisch zur aktiven Rolle Sarkozys bei der Übernahme des französisch-deutschen Pharma-Konzerns Aventis durch Sanofi-Synthelabo geäußert (siehe

DEURACTIV, 27.April 2004).