Slowakei setzt auf heimisches Uran, um Abhängigkeit von Russland zu verringern
Der Uranabbau im Osten des Landes könnte eine Lösung sein, um die Abhängigkeit von russischen Kernbrennstofflieferungen zu verringern, sagte der slowakische Wirtschaftsminister Richard Sulík.
Der Uranabbau im Osten des Landes könnte eine Lösung sein, um die Abhängigkeit von russischen Kernbrennstofflieferungen zu verringern, sagte der slowakische Wirtschaftsminister Richard Sulík.
Die Slowakei importiert derzeit Uran vom russischen Unternehmen TVEL – einer Tochtergesellschaft des Staatsriesen Rosatom – der größte Brennstofflieferant für Reaktoren des Typs WWER-440.
Uran ist der Hauptbestandteil für die Herstellung von Kernbrennstoff, und auf Russland entfällt – zusammen mit Kasachstan – mehr als die Hälfte der weltweiten Lieferungen.
Eine aktuelle Alternative zu TVEL ist das US-amerikanische Unternehmen Westinghouse, das 2018 die Zertifizierung erhielt und erst im vergangenen Jahr seinen ersten Vertrag unterzeichnete.
Es verfügt zwar über eine Produktionsanlage in Schweden, doch Analysten machen sich Sorgen über die Fähigkeit des Unternehmens, die erforderliche Menge an Brennstoff zu produzieren.
Die Slowakei verfügt über zwei bemerkenswerte Uranvorkommen – beide im Osten des Landes.
Nach slowakischem Recht müssten jedoch die Bürger:innen der umliegenden Dörfer dem Abbau zustimmen. In den Jahren 2005 bis 2015, als das kanadische Unternehmen Tournigan Energy in diese Vorkommen investieren wollte, haben diese dem Abbau und der Erkundung der Lagerstätten bereits heftig widersprochen.
Selbst wenn die Bürger:innen zustimmen oder die Regierung das Gesetz ändern würde, könnte es mehrere Jahre dauern, bis der Bergbau in Gang kommt.
„Wenn alle Studien und Bewertungen zugunsten einer Bergbaugenehmigung ausfallen, könnte ein Bergwerk theoretisch in drei bis vier Jahren in Betracht gezogen werden“, sagte Tomáš Bálint, Eigentümer eines Unternehmens, das an der Erkundung von zwei slowakischen Lagerstätten beteiligt war.
Daher ist es unwahrscheinlich, dass der Abbau von slowakischem Uran die derzeitige Knappheit an Kernbrennstoff lösen könnte.