Slowenien: Ökonomen sehen Haushaltsstabilität wegen Lohnerhöhungen gefährdet

Die jüngste Anhebung des Mindestlohns und die zunehmenden Forderungen nach höheren Gehältern im öffentlichen Sektor, die größtenteils befolgt werden, könnten die öffentlichen Finanzen des Landes inmitten einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ins Wanken bringen, warnen slowenische Wirtschaftswissenschaftler.

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Matej Lahovnik, Professor an der Ljubljana School of Economics and Business und ehemaliger Wirtschaftsminister, ist der Ansicht, dass die Regierung große Schwierigkeiten haben wird, bei der derzeitigen Lohnsteigerungsrate alle Ausgaben in einem stabilen Rahmen zu halten. [Shutterstock/BearFotos]

Die jüngste Anhebung des Mindestlohns und die zunehmenden Forderungen nach höheren Gehältern im öffentlichen Sektor, könnten die öffentlichen Finanzen des Landes ins Wanken bringen, warnen slowenische Wirtschaftswissenschaftler.

Matej Lahovnik, Professor an der Ljubljana School of Economics and Business und ehemaliger Wirtschaftsminister, sagt, dass die Regierung große Schwierigkeiten haben wird, bei der derzeitigen Lohnsteigerungsrate alle Ausgaben in einem stabilen Rahmen zu halten.

„Wir müssen berücksichtigen, dass das prognostizierte Haushaltsdefizit für dieses Jahr bereits bei 5,5 Prozent liegt und damit eines der höchsten in Europa ist“, sagte er der Slowenischen Presseagentur.

Davorin Kračun, der Vorsitzende des Finanzrates, warnte ebenfalls vor dem hohen Defizit und wies darauf hin, dass die Steuern zwar steigen werden, es aber schwer vorhersehbar sei, ob dies auch zu einem Anstieg der allgemeinen Staatseinnahmen führen wird.

„Es herrscht große Unsicherheit, eine hohe Inflation, und wir wissen nicht, wie das tatsächliche BIP-Wachstum aussehen wird“, fügte er hinzu.

Der slowenische Mindestlohn wurde vor kurzem um 100 € netto auf 878 € netto pro Monat angehoben. Gleichzeitig wurden auch die Gehälter im öffentlichen Sektor, wie etwa von Ärzten, Kindergärtnerinnen und Richtern, angehoben.

Während das Finanzministerium letzte Woche erklärte, dass die Haushaltsstabilität des Landes durch diese Gehaltsabschlüsse nicht gefährdet sei, warnen Kritiker, dass es Finanzminister Klemen Boštjančič im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger nicht gelungen ist, die Ausgabenwut zu zügeln.