Slowenien will EU-Pestizidpläne abschwächen
Die EU-Kommission will den Einsatz von Chemikalien und gefährlicheren Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Aufgrund von wachsendem Unmut der Landwirte will Slowenien den Vorschlag nun deutlich abschwächen.
Die EU-Kommission will den Einsatz von Chemikalien und gefährlicheren Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Aufgrund von wachsendem Unmut der Landwirte will Slowenien den Vorschlag nun deutlich abschwächen.
Letzte Woche empfing das slowenische Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ernährung eine Delegation der Europäischen Kommission unter Leitung der stellvertretenden Generaldirektorin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Claire Bury, zu Gesprächen über die Pestizidpläne der Kommission. Die Delegation besuchte auch Natura 2000-Schutzgebiete, Wasserschutzgebiete und Gebiete mit intensiver Landwirtschaft.
Beamte des Ministeriums präsentierten die Situation in Slowenien und „Beispiele aus der Praxis, um zu sehen und zu verstehen, wie Slowenien bereits zahlreiche Anforderungen erfüllt und wie der Verordnungsentwurf außerordentlich negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die ländliche Entwicklung und die Lebensmittelsicherheit hätte“, so das Ministerium. Laut dem Ministerium hatten mehrere Mitgliedstaaten, darunter auch Slowenien, bei der Ausarbeitung des Vorschlags davor gewarnt.
Am problematischsten für Slowenien wäre ein vollständiges Verbot aller Phytopharmaka in sensiblen Gebieten, was nach Angaben der Regierung 40 Prozent aller genutzten landwirtschaftlichen Flächen betreffen würde. Slowenische Vertreter haben dieses Thema bisher bei drei bilateralen Treffen mit der Kommission zur Sprache gebracht.
Das Treffen fand statt, nachdem die Landwirte Ende März einen großen Protest gegen die Umweltauflagen organisiert hatten. Nach Gesprächen mit der Regierung erklärten sie, dass diese ihre Bedürfnisse nicht verstehe, weshalb für diese Woche ein neuer Protest geplant sei.
Die von der Kommission vorgeschlagene Pestizidverordnung ist nur einer der Streitpunkte der slowenischen Landwirte, die auch strengere Maßnahmen zur Reduzierung der Braunbären- und Wolfspopulationen und der Größe der Natura 2000-Gebiete fordern.