Sputnik V in Ungarn startklar

Ungarischen Gesundheitsbehörden haben dem russischen Anti-Coronavirus-Impfstoff Sputnik V die Marktzulassung erteilt, so die Regierung am Sonntag.

EURACTIV.com
epa08988797 General practitioner Janos Plavecz prepares to vaccinate an elderly man with the COVID-19 vaccine manufactured by the US biotechnology company Moderna in his surgery in Tatabanya, Hungary, 05 February 2021. The nationwide inoculation of people in the oldest age group, who registered to receive a jab, was launched on 04 February 2021.  EPA-EFE/TAMAS VASVARI HUNGARY OUT
Die ungarische Regierung hatte bereits am vergangenen Dienstag bekannt gegeben, man habe 40.000 Dosen Sputnik V erhalten. [Tamas Vasvari/EPA/EFE]

Die ungarischen Gesundheitsbehörden haben dem russischen Anti-Coronavirus-Impfstoff Sputnik V die Marktzulassung erteilt, so die Regierung am Sonntag.

Die offiziellen Tests seien abgeschlossen „und der Impfstoff kann verabreicht werden“, erklärte Miklós Kásler, der für Gesundheit zuständige Minister für Humanressourcen, per Social Media.

Die ungarische Regierung hatte bereits am vergangenen Dienstag bekannt gegeben, man habe 40.000 Dosen Sputnik V erhalten. Es handele sich dabei um die erste Charge einer Gesamtbestellung von zwei Millionen Dosen, die über drei Monate hinweg geliefert werden sollen.

Der russische Impfstoff, der im Westen zunächst mit Skepsis betrachtet wurde, scheint viele Experten inzwischen von seiner Wirksamkeit überzeugt zu haben: Die medizinische Fachzeitschrift The Lancet hatte Daten veröffentlicht, die die Wirksamkeit des Impfstoffs auf 91,6 Prozent beziffern. So betonte beispielsweise der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sein Vertrauen in diese Experten: Sie seien „absolute Profis“ und „sehr vertrauenswürdig“.

Weiterer Deal mit China

Ungarns Führung, allen voran Ministerpräsident Viktor Orbán, hatte wiederholt das Tempo des EU-Prozesses zur Beschaffung von Impfstoffen kritisiert. Man habe sich in Budapest daher schon früh auf zusätzliche Impfstoffe, beispielsweise aus Russland, konzentriert.

Ungarn ist darüber hinaus der erste EU-Mitgliedsstaat, der eine Vereinbarung mit dem chinesischen Hersteller Sinopharm getroffen hat. Eine Bestellung von insgesamt fünf Millionen Dosen dessen Impfstoffs wurde angekündigt.

Die Impfung mit dem Sinopharm-Mittel, das bisher noch nicht zugelassen ist, solle im Laufe des Februars beginnen.

[Bearbeitet von Tim Steins]