Stromnetzausbau zu Polen: Baltische Staaten kappen Stromverbindungen zu Russland

Die baltischen Staaten haben am Sonntag ihren Übergang vom russischen Stromnetz zum EU-System abschlossen und damit eine jahrzehntealte Verbindung aus der Sowjetzeit gekappt. Gleichzeitig wurde die Stromnetzverbindung zwischen Litauen und Polen in Betrieb genommen.

EURACTIV.pl
UHV Transmission Line Inspect
Vorbereitungen für den Bau einer neuen Stromverbindung zwischen Polen und Litauen, Harmony Link, seien bereits in Gange. [Costfoto/NurPhoto via Getty Images]

Die baltischen Staaten haben am Sonntag ihren Übergang vom russischen Stromnetz zum EU-System abschlossen und damit eine jahrzehntealte Verbindung aus der Sowjetzeit gekappt. Gleichzeitig wurde die Stromnetzverbindung zwischen Litauen und Polen in Betrieb genommen.

Warschau – Um 13:05 Uhr Ortszeit gab der litauische Stromübertragungsnetzbetreiber Litgrid bekannt, dass die baltischen Staaten ihre Stromnetze über die Stromnetzverbindung zwischen Polen und Litauen erfolgreich synchronisiert haben. Dies bestätigte auch der polnische Stromnetzbetreiber PSE.

„Die Vorbereitungen für die Synchronisierung laufen seit mehreren Jahren und PSE war von Anfang an beteiligt. Dies ist ein historisches Ereignis, aber unsere Zusammenarbeit endet hier nicht“, sagte PSE-Präsident Grzegorz Onichimowski.

Vorbereitungen für den Bau einer weiteren Stromverbindung zwischen Polen und Litauen, Harmony Link, seien bereits in Gange. Laut Onichimowski „wird die Sicherheit in der Region weiter gestärkt“.

Im Dezember 2024 genehmigte der polnische Stromnetzbetreiber die Investition in den Bau der Stromverbindung Harmony Link, um die bestehende LitPol-Verbindung zu unterstützen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 923 Millionen Euro.

Auf litauischer Seite beträgt das maximale Budget für das Projekt 220 Millionen Euro, von denen 147,2 Millionen Euro von der EU finanziert werden. In Polen werden die Investitionen voraussichtlich rund 703 Millionen Euro erreichen, davon 368 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt.

Im September beschlossen die Aktionäre von Litgrid, dass Harmony Link über Land statt unter dem Meer gebaut werden soll. Dies könnte dazu beitragen, Vorfälle mit beschädigten Kabeln in der Ostsee zu vermeiden, wie sie in den letzten Monaten aufgetreten sind.

Der litauische Teil der Verbindung wird sowohl eine Freileitung als auch ein Erdkabel umfassen. Es gibt auch Pläne, die Eisenbahninfrastruktur von Rail Baltica und Via Baltica zwischen Polen und Litauen zu nutzen.

An der Zeremonie am Sonntag in Vilnius, die die Anbindung der baltischen Länder an das europäische Stromnetz markierte, nahm der polnische Präsident Andrzej Duda teil.

„Was wir heute erleben, ist das Ergebnis einer immauch ensen Arbeit von fast 18 Jahren unermüdlicher Bemühungen“, sagte er. Der Schritt der baltischen Länder sei „eine endgültige Emanzipation aus der sowjetischen Abhängigkeitssphäre, diesmal im Energiebereich“.

Duda ergänzte, dass „Für jede Nation in Mitteleuropa, insbesondere nach der Erneuerung des russischen Neoimperialismus, es eine moralische Verpflichtung und Notwendigkeit ist, alle Verbindungen zu Russland zu kappen“.

„Verbunden“, postete Edgars Rinkēvičs, der lettische Präsident, am Sonntag mit einem Bild von sich selbst, wie er neben den anderen baltischen Staats- und Regierungschefs, Präsident Duda und der EU-Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, steht.

[KN]