Studie: Der Euro ist trotz Krise populär??

Auch in Zeiten der Krise befürwortet eine klare Mehrheit der europäischen und deutschen Bevölkerung den Euro. Dies zeigt ein Forschungsprojekt am Brüsseler Centre for European Policy Studies (CEPS), dessen Ergebnis heute in Berlin präsentiert wurde. Es will Allensbach-Ergebnisse korrigieren.

Das Vertrauen in den Euro wie in die Politik sinkt. Doch den Schilling sehnt sich der Durchschnittsösterreicher doch nicht zurück. Foto: dpa
Das Vertrauen in den Euro wie in die Politik sinkt. Doch den Schilling sehnt sich der Durchschnittsösterreicher doch nicht zurück. Foto: dpa

Auch in Zeiten der Krise befürwortet eine klare Mehrheit der europäischen und deutschen Bevölkerung den Euro. Dies zeigt ein Forschungsprojekt am Brüsseler Centre for European Policy Studies (CEPS), dessen Ergebnis heute in Berlin präsentiert wurde. Es will Allensbach-Ergebnisse korrigieren.

Im Unterschied zu einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach kommt die von der Stiftung Mercator geförderte CEPS-Studie zum Ergebnis, dass sich der Euro ungebrochener Unterstützung erfreue.

Die deutsche Bevölkerung sei zwar dem Euro ursprünglich skeptisch gegenüber gestanden, doch seit der Einführung der gemeinsamen Währung Anfang 2002 spreche sich eine klare Mehrheit der Deutschen für den Euro aus.

Zu diesem Resultat kam ein internationales Forscherteam des CEPS unter Leitung von Daniel Gros und Felix Roth auf Grundlage der Daten des Eurobarometers.

Zuvor war eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zu dem Schluss gekommen, dass eine überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung dem Euro nicht mehr vertraue. Ungeachtet des Unterschieds der Parameter "Unterstützung" (Eurobarometer) und "Vertrauen" (Allensbach), zeigen die Studienergebnisse des CEPS einen grundsätzlichen Rückhalt für die gemeinsame Währung in der deutschen Bevölkerung.

"Die Studienergebnisse sind essenziell für eine sachliche Fundierung der Debatte, denn sie zeigen, dass es nicht nur dramatische Abwärtstrends im krisengeschüttelten Europa gibt. Hier kann die Politik ansetzen, um mit mutigen Schritten aus der Krise zu führen", so Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. ??

Dementsprechend können die Forschungsergebnisse des CEPS auch eine langfristig angelegte Politik zur Erhaltung der gemeinsamen Währung unterstützen.

Die Studie zeigt anhand einer detaillierten Analyse am Fallbeispiel Deutschland, dass

·         sich seit der Einführung des Eurobargelds im Jahr 2002 eine überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung für den Euro ausspricht;

·         die Geschehnisse um die Finanz- und Staatsschuldenkrise seit 2008 zu keinen starken Verlusten in der Befürwortung des Euro geführt haben;

·         im Mai 2011 sich immer noch die überwiegende Mehrheit von 63 Prozen der deutschen Bevölkerung für den Euro ausspricht und nur 32 Prozent ihn ablehnen;

·         diese Ergebnisse wesentlich optimistischer sind als die des Instituts für Demoskopie Allensbach, welches das Bevölkerungsmisstrauen in den Euro im Januar 2011 mit 68 Prozent, im Juni 2011 mit 71 Prozent und im August 2011 mit 76 Prozent gemessen hat.

Red.

Hintergrund

Das Centre for European Policy Studies (CEPS), gegründet 1983 in Brüssel, ist ein unabhängiger Think Tank. CEPS dient als leitendes Forum für Debatten rund um EU-Angelegenheiten

Die Stiftung Mercator initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen.

Links

CEPS: Do Germans support the euro? (15. Dezember 2011)

CEPS: The Enduring Popularity of the Euro throughout the Crisis (15. Dezember 2011)