Theresa May - Streit über ihre politische Zukunft

Bei den regierenden britischen Konservativen ist ein offener Streit über die politische Zukunft von Premierministerin Theresa May ausgebrochen.

epa06018069 British Prime Minister Theresa May (R) and her husband Philip leave the Conservative headquarters in central London, England, Britain, 09 June 2017. Britain is heading to a Hung Parliament following the general election results as the Conservative Party failed to win an overall majority. British voters went to the polls on 08 June, to cast their ballot to elect a total of 650 Westminster Members of Parliament to form the next British Government, in a General Election called by British Prime Minister Theresa May.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA
Die britische Premierministerin Theresa May [EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA]

Bei den regierenden britischen Konservativen ist ein offener Streit über die politische Zukunft von Premierministerin Theresa May ausgebrochen.

Der frühere Vorsitzende der Partei, Grant Shapps, forderte May auf, eine Neuwahl der Führung anzusetzen. In der BBC begründete er dies am Freitag mit der Wahlpleite im Juni, einer angeblichen Unfähigkeit Mays, das Kabinett zu einen sowie einem schwachen Parteitag. Bis zu 30 Abgeordnete unterstützten das Vorhaben, May informell zum Rücktritt aufzufordern, sagte Shapps.

Um eine Neuwahl formell zu beantragen, müssten sich mindestens 48 konservative Abgeordnete an den entsprechende Parteiausschuss wenden. Dagegen versicherte Innenministerin Amber Rudd im “Telegraph” May ihrer Unterstützung. “Sie sollte bleiben”, schrieb sie in einem Beitrag.

Bislang profitiert May von dem Fehlen eines offensichtlichen Nachfolgers, der die Partei angesichts des bevorstehenden EU-Austritts einen könnte. Zudem sorgen sich viele Konservativen, dass nach Neuwahlen der Chef der Labour-Opposition, Jeremy Corbyn, Premierminister werden könnte. Mays Autorität wurde zum einen untergraben durch die von ihr angesetzte Parlamentswahl, bei der ihre Partei unerwartet die Mehrheit im Unterhaus verlor. Einen weitere Rückschlag erlitt sie bei ihrer Rede auf dem Parteitag am Mittwoch. Wiederholt musste sie ihre Rede wegen Hustenanfällen unterbrechen. Zudem überreichte ihr ein Komiker eine Entlassungsurkunde.