Trump sagt Rutte, er sei von den NATO-Staaten in der Iran-Frage „enttäuscht“ worden

Trumps Kritik an der NATO kommt nur zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der 32 Mitgliedsländer, das vom 7. bis zum 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara stattfinden soll.

EURACTIV.com
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Mark Rutte und Donald Trump. [Foto: Salwan Georges/The Washington Post via Getty Images]

US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch gegenüber NATO-Chef Mark Rutte, er sei von den Mitgliedern des transatlantischen Bündnisses „enttäuscht“, die seinen Krieg gegen den Iran nicht unterstützt hätten.

„Wir wurden im Stich gelassen. Wir hätten dabei überhaupt keine Hilfe gebraucht. Wir haben den Iran buchstäblich schon in der ersten Woche vernichtet, aber es wäre schön gewesen, wenn sie gesagt hätten: ‚Wir würden gerne helfen‘“, sagte Trump bei einem Treffen mit Rutte im Oval Office des Weißen Hauses.

Rutte seinerseits verteidigte das Verhalten der NATO-Staaten und erklärte, während des Krieges seien 4.000 bis 5.000 „US-Flugzeuge von Stützpunkten in Europa gestartet“.

Der NATO-Chef erklärte anschließend gegenüber Journalisten nach dem Treffen, Trump sei „voll und ganz dem NATO-Bündnis verpflichtet“, und sagte, Washington werde Europa im Falle eines Angriffs „auf jeden Fall“ schützen.

Trumps Kritik an der NATO kommt nur zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der 32 Mitgliedsländer, das vom 7. bis zum 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara stattfinden soll.

Die Vereinigten Staaten und Israel haben am 28. Februar gemeinsam den Iran angegriffen. Trump hatte die NATO im Vorfeld nicht konsultiert, und wichtige europäische Verbündete haben Skepsis hinsichtlich der Notwendigkeit des Krieges geäußert.

Spannungen mit den NATO-Verbündeten

Trumps zweite Amtszeit war geprägt von Spannungen mit den NATO-Verbündeten, unter anderem in Bezug auf Grönland, dessen Annexion der US-Präsident angedroht hatte, bevor er im Januar nach wochenlangen Drohungen einen Rückzieher machte.

Washington hat gegenüber Europa zudem deutlich gemacht, dass es möchte, dass die NATO-Verbündeten auf dem Kontinent die Hauptverantwortung für ihre eigene konventionelle Verteidigung übernehmen, da sich Washingtons Fokus zunehmend auf China verlagert.

Im Rahmen dieses Prozesses hat das Pentagon den Verbündeten bereits mitgeteilt, dass es die Zahl der weltweit für NATO-Einsätze zur Verfügung gestellten Ressourcen reduzieren wird.

Der Schritt der USA hat Befürchtungen ausgelöst, dass Europa angesichts eines aggressiven Russlands verwundbar werden könnte, da die Verbündeten bei einigen wichtigen Waffen weiterhin auf Washington angewiesen sind.

(sma)