Tschechien will schnellen Schengen-Beitritt Kroatiens

Tschechien wird sich während seiner Präsidentschaft dafür einsetzen, dass Kroatien in den Schengen-Raum aufgenommen wird, sagte der tschechische Premier Petr Fiala am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem kroatischen Amtskollegen.

EURACTIV.cz
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Fiala sagte der tschechischen Nachrichtenagentur, dass er bei informellen Gesprächen mit den Staats- und Regierungschefs der EU eine deutliche Unterstützung für den Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum spüre. [Shutterstock/Stanislavskyi]

Tschechien wird sich während seiner EU-Präsidentschaft dafür einsetzen, dass Kroatien in den Schengen-Raum aufgenommen wird, sagte der tschechische Premierminister Petr Fiala am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem kroatischen Amtskollegen in Prag.

Der kroatische Premierminister Andrej Plenković sagte, sein Land wolle im Januar 2023 der grenzfreien Zone der EU beitreten. Fiala sagte der tschechischen Nachrichtenagentur, dass er bei informellen Gesprächen mit den Staats- und Regierungschefs der EU eine deutliche Unterstützung für den Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum spüre.

Die beiden Staats- und Regierungschefs besprachen auch die tschechische EU-Präsidentschaft gesprochen, die erst letzte Woche begonnen hat. Für Kroatien spannend ist die europäische Integration der Westbalkanstaaten und die kurzfristigeren Ziele, die sich die Präsidentschaft in diesem Bereich gesetzt hat.

„Wir möchten die Integration der Westbalkanstaaten, einschließlich Bosnien und Herzegowina, vorantreiben“, sagte Fiala.

Auf dem EU-Gipfel vor einigen Wochen hatten die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten dem krisengeschüttelten Land wenig Hoffnung gemacht. Sie haben jedoch ihre Bereitschaft signalisiert, dem Land den Status eines EU-Kandidaten zu verleihen.

Wie Fiala im Vorfeld bestätigte, will Tschechien der europäischen Integration von Bosnien und Herzegowina nicht im Wege stehen, ist aber gleichzeitig wegen der komplizierten inneren Situation im Land sicherlich nicht „proaktiv“.

Die Tschechen sind der Meinung, dass die EU zuerst die Situation um Nordmazedonien und Albanien lösen sollte.

Das wohl wichtigste Thema der Diskussion am Donnerstag (7. Juli) waren Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Energiesektor. Tschechien ist stark von russischen fossilen Brennstoffen abhängig und ist an der Nutzung kroatischer LNG-Terminals und Öltransportkapazitäten interessiert.

Beide Premierminister lobten die hervorragenden gegenseitigen Beziehungen. Die einheimischen Minderheiten in beiden Ländern und die hohe Zahl der Touristen sind starke Verbindungen zwischen den beiden EU-Mitgliedstaaten.