Ungarns Außenminister trifft heimlich tschechische Opposition
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó traf sich am Donnerstag mit den tschechischen Oppositionsführern in Prag. Zeit - und Interesse - an Treffen mit der tschechischen Regierung gab es scheinbar nicht. Die Beziehung gilt als angespannt.
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó traf sich am Donnerstag mit den tschechischen Oppositionsführern in Prag. Zeit – und Interesse – an Treffen mit der tschechischen Regierung gab es scheinbar nicht. Die Beziehung gilt als angespannt.
Prag – Ungarns Außenminister Péter Szijjártó, der tschechische Ex-Ministerpräsidenten Andrej Babiš und dem tschechischen Abgeordneten Karel Havlíček haben sich in Prag getroffen. Sie gehören alle der EU-Fraktion der „Patrioten für Europa“ (PfE) an. Mit der tschechischen Regierung fanden weder Gespräche noch ein Treffen statt.
„Leider erleben wir, dass die derzeitige tschechische Regierung aus irgendeinem Grund gute ungarisch-tschechische Beziehungen nicht für wichtig hält, während wir dies tun“, sagte Szijjártó Reportern der Zeitung Deník N.
Der ungarische Außenminister äußerte die Hoffnung auf eine erneute Zusammenarbeit mit Babiš. Der ehemalige Ministerpräsident ist derzeitiger Oppositionsführer, gilt aber als einer der Topkandidaten für die tschechische Parlamentswahl im Herbst. Weitere Einzelheiten zu ihrem Treffen sind nicht bekannt.
Die tschechische Regierung kritisierte den Besuch von Szijjártó. „Ich halte ihn nicht für angemessen und er ist sicherlich kein Ausdruck des Bemühens, gute Beziehungen zu fördern“, sagte der tschechische Premierminister Petr Fiala (ODS/EKR) gegenüber Deník N.
Auch der Außenminister sah mangelndes Interesse an guten Beziehungen, da „ihr Außenminister heimlich in die Republik reist und nicht nur kein Interesse an einem Treffen mit Vertretern der tschechischen Regierung zeigt, sondern sie nicht einmal über seinen Besuch informiert“.
Während seines Besuchs traf Szijjártó sich außerdem mit einem Pfarrer der örtlichen ungarischen und slowakischen Gemeinde sowie Vertretern eines Energieunternehmens.
Obwohl die Reise des Außenministers als privat kommuniziert wurde, hat ihn ein großes Team begleitet aus Polizeischutz, Autokolonne und zwei Fotografen begleitet, berichtete Deník N. Weder die ungarische Regierung noch ihre Botschaft haben keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben.
Auch der tschechische Außenminister Jan Lipavský zeigte sich enttäuscht. „Es scheint, dass eher die ungarische Regierung kein Interesse an guten Beziehungen hat, da ihr Außenminister heimlich in die Republik reist und nicht nur kein Interesse an einem Treffen mit Vertretern der tschechischen Regierung zeigt, sondern sie nicht einmal über seinen Besuch informiert“, zitierte Deník N.